Skip to main content

Von der Glaubwürdigkeitsrevolution zur Komplexität: Wirtschaftswissenschaft in disruptiven Zeiten

Zeitgespräch: Politikberatung in Polykrisen

Die „Glaubwürdigkeitsrevolution“ hat die empirische Wirtschaftsforschung durch designbasierte Forschung und den Fokus auf kausale Identifikation grundlegend verändert. Doch ihr Instrumentarium reicht für disruptive Transformationsfragen nicht aus. Neben verbleibenden Problemen der Robustheit und Übertragbarkeit stellt sich eine Relevanzfrage: Designbasierte Forschung setzt häufig hinreichend stabile Strukturen voraus, während Transformationen gerade deren Veränderung bedeuten. Wir plädieren deshalb dafür, die mit der Glaubwürdigkeitsrevolution verbundene Komplexitätsreduktion aufzubrechen und eine größere Bereitschaft zum Umgang mit Komplexität zu entwickeln. Dazu gehören komplexitätsbereitere Modellierung, die Öffnung gegenüber anderen epistemischen Traditionen und insbesondere ein systematischerer Umgang mit Expertise. Strukturierte Expertenerhebungen und institutionell organisierte Pluralität können hierzu beitragen.

Schmidt, C. und J. Ankel-Peters (2026), Von der Glaubwürdigkeitsrevolution zur Komplexität: Wirtschaftswissenschaft in disruptiven Zeiten: Zeitgespräch: Politikberatung in Polykrisen. Wirtschaftsdienst, 106, 8, 555-561

DOI: 10.2478/wd-2026-0138