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FORSCHUNGSUMFELD

Das RWI als anregendes und integratives Forschungsumfeld

Mit dem Ziel, ein anregendes und integratives Umfeld zu schaffen, das Kreativität und Innovativität fördert und gleichzeitig Kompetenz und Qualität belohnt, bietet das RWI eine Reihe von Unterstützungsstrukturen für Teammitglieder in allen Phasen ihrer persönlichen Laufbahn. Auf der Grundlage einer effektiven und effizienten Management- und Leitungsstruktur (Abschnitt 1) zielen verschiedene Maßnahmen darauf ab, Forscherinnen und Forscher in frühen Karrierephasen zu unterstützen (Abschnitt 2), die Personalgewinnung und Karriereentwicklung in ein wirksames Konzept für Gleichstellung und Vielfalt einzubetten (Abschnitt 3), die Reproduzierbarkeit und Replizierbarkeit durch ein strenges und unterstützendes Forschungsdatenmanagement zu sichern (Abschnitt 4) sowie unsere Fähigkeiten im Bereich Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer zu verbessern (Abschnitt 5).

1. Management- und Leitungsstrukturen

Während der Vorstand für die operative Leitung des RWI verantwortlich ist und letztlich die Rechenschaft für die wirtschaftliche Gesundheit des Instituts und dessen fachliches Verhalten trägt, strebt das Institut eine möglichst flache Führungshierarchie an: Die Leiterinnen und Leiter der einzelnen Forschungseinheiten genießen jeweils ein hohes Maß an strategischer Autonomie hinsichtlich der Gestaltung des Forschungsportfolios ihrer Teams und ihrer Personalpolitik, während eine vom Vorstand geleitete übergreifende strategische Koordination die Konsistenz, Kohärenz und finanzielle Nachhaltigkeit der daraus resultierenden Programmbudgets gewährleistet.

Darüber hinaus prüft der Wissenschaftliche Beirat nicht nur die vom RWI entworfenen Programmbudgets und berichtet an den Aufsichtsrat des Instituts, sondern gewährleistet auch die Qualität der strategischen Pläne, der tatsächlich durchgeführten Arbeit und der wesentlichen Entscheidungen in Bezug auf Struktur und Personal. Er umfasst bis zu 12 exzellente und international renommierte Forscherinnen und Forschern, deren Fachkenntnisse das Spektrum der am Institut verfolgten Forschungsinteressen abdecken; ihre Amtszeit ist auf acht Jahre begrenzt. Er überprüft das RWI jeden Herbst, begutachtet dessen Leistung und empfiehlt Verbesserungsmöglichkeiten.

Diese jährliche Überprüfung dient dazu, den Aufsichtsrat des RWI über die daraus resultierenden politischen Empfehlungen sowie über die Konsistenz und Kohärenz der strategischen Pläne des Instituts für die zukünftige Forschung zu informieren. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Aufsichtsrat zu Beginn jedes Jahres das Programmbudget, das als Leitfaden für die Forschung im folgenden Jahr dient. Darüber hinaus überprüft er jeden Sommer mit Unterstützung des Wissenschaftlichen Beirats die Qualität und die Wirkung der vom Institut im Vorjahr durchgeführten Forschung sowie dessen finanzielle Solidität und die Geschäftsführung auf der Grundlage des Berichts eines Wirtschaftsprüfers.

Da die Wahrung der wissenschaftlichen Integrität für die Qualität der Forschung und ihre Glaubwürdigkeit von entscheidender Bedeutung ist, hat das RWI die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ sowie den „Leibniz-Kodex für gute wissenschaftliche Praxis“ der Leibniz-Gemeinschaft umgesetzt und zur Unterstützung der Umsetzung eine Ombudsperson ernannt. Um ein redliches Verhalten in Forschungsprozessen zu gewährleisten und Überprüfungsverfahren bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten zu regeln, hat das RWI diese Richtlinien durch die Festlegung eines konkreten Überprüfungs- und Sanktionsverfahrens ergänzt, das regelt, wann wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt, welche Verfahren in solchen Fällen durchzuführen und welche Sanktionen zu verhängen sind. Um Forschende wirksam zu unterstützen, bietet das Institut Schulungen zu guter wissenschaftlicher Praxis an und gewährleistet die Wahrung der wissenschaftlichen Integrität durch seine Infrastruktur zum Forschungsdatenmanagement.

Das RWI lehnt jegliche Fälle von Diskriminierung, Belästigung und Rassismus entschieden ab. Das Institut hat Maßnahmen ergriffen, die darauf abzielen, den Spielraum für Machtmissbrauch, Interessenkonflikte oder unangemessenes Verhalten einzuschränken, indem es eine vergleichsweise flache Hierarchiestruktur verfolgt, Verantwortlichkeiten sind auf allen Hierarchieebenen verteilt und Berichtsstrukturen implementiert, die Transparenz und Rechenschaftspflicht fördern. Teammitglieder können diesbezügliche Bedenken dem Betriebsrat, Vertretern der Promovierenden, der Gleichstellungsbeauftragten, einer Ombudsperson sowie einer internen Meldestelle melden, die von einer externen Anwaltskanzlei bereitgestellt wird.

Bereits beim Onboarding werden die Teammitglieder darauf hingewiesen, dass das RWI eine Kultur der Integrität und des ethischen Verhaltens pflegt. Auf der Grundlage der im Verhaltenskodex des Instituts verankerten Richtlinien sehen es alle Führungskräfte als ihre persönliche Verantwortung an, in dieser Hinsicht aktive Vorbilder zu sein. Da die Teammitglieder des Instituts aus vielen verschiedenen Bereichen stammen, zielen verschiedene Maßnahmen darauf ab, ein gemeinsames Verständnis für angemessenes Verhalten zu schaffen, wie beispielsweise regelmäßige Schulungen zur guten wissenschaftlichen Praxis. Sollten dennoch Konflikte auftreten, werden diese konstruktiv und transparent behandelt.

Die Gewährleistung von Nachhaltigkeit ist ein Querschnittsthema, das sich nicht nur darin widerspiegelt, dass die Nachhaltigkeitsforschung ein fester Bestandteil der Forschungsagenda des Instituts ist, sondern auch in verschiedenen Initiativen zur Förderung der Nachhaltigkeit unserer betrieblichen Abläufe. Das RWI hat eine Arbeitsgruppe für Nachhaltigkeitsmanagement eingerichtet, die regelmäßig alle Aktivitäten des RWI überprüft und bereits Maßnahmen zur Verbesserung unserer Nachhaltigkeit entwickelt hat. Mit Zustimmung seines Vorstands hat das RWI daher den Deutschen Nachhaltigkeitskodex übernommen und veröffentlicht einen Nachhaltigkeitsbericht gemäß dessen Bestimmungen. Dieser Bericht legt die Werte und Ziele des RWI in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte dar.

2. Förderung von Nachwuchswissenschaftler*innen

Seinem Anspruch entsprechend, ein lebendiges, offenes und stimulierendes Forschungsumfeld zu schaffen, strebt das RWI danach, sein Reservoir an Kompetenzen durch einen kontinuierlichen Zustrom von Talenten zu erweitern. Die Bemühungen des Instituts zur Verwirklichung dieser Ziele orientieren sich am Verlauf einer typischen akademischen Laufbahn und umfassen die Förderung einer exzellenten Graduiertenausbildung, die Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierephasen auf ihrem Karriereweg sowie deren Gewinnung und Bindung auf ihrem Weg zu einer Festanstellung. Um diese Ziele zu erreichen, stützt sich das Fördersystem auf drei Säulen:

  • eine exzellente Graduiertenausbildung in strukturierten Promovierendenprogrammen;
  • Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in ihren frühen Karrierephasen auf dem Karriereweg;
  • Gewinnung und Bindung talentierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ihrem Weg zur Festanstellung.

Durch seine aktive Beteiligung an der Graduiertenausbildung, etwa am Programm der Ruhr Graduate School in Economics (RGS Econ), ist das RWI eng mit den Hochschulsystemen der benachbarten Universitäten vernetzt, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen zu fördern. Diese Universitäten haben Programme und Zentren eingerichtet, die sie dabei unterstützen und Maßnahmen anbieten, die die Initiativen des RWI ergänzen, z. B. durch den Zugang zu Karriere-Coaches, Onboarding- und Führungskräfteprogrammen sowie persönliche Betreuung für internationale Forschende. Dieses Netzwerk trägt dazu bei, die Position der Heimatregion des Instituts als führender Standort für Lehre und Forschung in den Wirtschaftswissenschaften sowie für evidenzbasierte Forschungsberatung zu stärken.

Förderung einer exzellenten Graduiertenausbildung. Das RWI bietet zwei exzellente Wege einer strukturierten Graduiertenausbildung an, die sich im Wesentlichen beim Bewerbungs- und Auswahlprozess, dem Umfang der Kursarbeit und der vertraglichen Einbindung in das RWI unterscheiden:

  • Erstens als Doktorandin oder Doktorand der Ruhr Graduate School in Economics (RGS Econ). Das seit 2004 von den benachbarten Universitäten der „Universitätsallianz Ruhr“ und dem RWI gemeinsam betriebene Graduiertenprogramm bietet ein umfassendes Ausbildungsprogramm in der modernen Volkswirtschaftslehre an. Eine in der Regel acht bis zehn Promovierende umfassende Ausbildungskohorte wird jährlich international ausgeschrieben und gemeinschaftlich ausgewählt. Die Teilnehmenden werden dabei über Teilzeitverträge an einer der vier beteiligten Fakultäten oder dem RWI beschäftigt, absolvieren jedoch das komplette Kursprogramm der RGS Econ, was durch eine verringerte Einbindung in den Lehr- oder Forschungsbetrieb ermöglicht wird.

  • Zweitens als Doktorandin oder Doktorand am RWI. Ausschreibung und Auswahl sind hierbei allein Angelegenheit des RWI. Die Promovierenden erhalten einen Vollzeitvertrag und absolvieren ein individuell zugeschnittenes Ausbildungsprogramm, hauptsächlich aus dem Kursspektrum der RGS Econ, werden jedoch von Anfang an in den Forschungs- und Projektbetrieb des jeweiligen Kompetenzbereichs eingebunden. Der regelmäßige Austausch mit ihren Betreuerinnen oder Betreuern gewährleistet einen reibungslosen Übergang vom ersten Vertrag (zweijährige Qualifikationsphase „Q1“) zur zweiten, dreijährigen Qualifikationsphase „Q2“, in der die Dissertation fertiggestellt werden soll.

Um kontinuierliches Lernen und Inspiration zu fördern, organisiert die RGS Econ neben dem eigentlichen Kurs-Hauptprogramm „Mini-Vorlesungen“, die von herausragenden Forschenden aus dem Ausland gehalten werden. Diese kurzen Vorlesungsreihen führen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen an die Grenzen der Forschung in Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftspolitik heran. Darüber hinaus organisiert die RGS Econ Sommerschulen, in denen RWI-Studierende mit herausragenden Forschenden aus verschiedenen internationalen Institutionen interagieren können, sowie Kurse zur Förderung des Erwerbs von Soft Skills wie wissenschaftliches Schreiben, Medienkommunikation und Zeitmanagement.

Das RWI bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierephasen ein inspirierendes Forschungsumfeld, das durch den regelmäßigen Austausch mit anderen Forschenden geprägt ist, die sich selbst in unterschiedlichen Phasen ihrer akademischen Laufbahn befinden. Während Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen erhebliche Freiheit bei der Verfolgung ihrer eigenen Forschungsideen genießen, sind sie so in Forschungsteams eingebunden, die ihre jeweilige Forschungsagenda regelmäßig im Einklang mit dem übergeordneten Auftrag des Instituts erneuern und anpassen. Dieser systematische und partizipative Prozess der strategischen Festlegung der Forschungsagenda stellt eine kritische Masse an Kompetenzen und Erfahrungen innerhalb jeder Abteilung sicher, fördert ein gemeinsames Zielbewusstsein innerhalb des Teams, gibt Orientierung und ermöglicht direktes Feedback zu laufenden Projekten, das weit über den regulären Austausch mit den Promotionsbetreuerinnen oder -betreuern hinausgeht.

Regelmäßige Seminarreihen und Treffen mit herausragenden Forschenden aus dem Ausland sollen die Interaktion mit anderen Forschenden anregen und den frühzeitigen Aufbau von Forschungsnetzwerken erleichtern. Das RWI stellt zudem großzügige Reisestipendien für Konferenzbesuche und Forschungsaufenthalte im Ausland bereit, insbesondere im Rahmen des „RWI-Exchange Program“. Entstehende Forschungsideen werden bei informellen Brown-Bag-Lunches diskutiert, und regelmäßige Retreats fördern den Austausch über den Fortschritt der Doktorarbeiten. Einmal im Jahr werden herausragende Publikationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierephasen sowie die besten Doktorarbeiten mit Preisen ausgezeichnet, die vom Verein der Freunde und Förderer des RWI gestiftet werden.

Unterstützung von Forschenden in frühen Karrierephasen. Das RWI ist bestrebt, ein akademisches und persönliches Umfeld zu schaffen, das einen erfolgreichen und reibungslosen Übergang zwischen den aufeinanderfolgenden Phasen der individuellen Karrierewege von Forschenden in frühen Karrierephasen gewährleistet, wobei anerkannt wird, dass diese Wege sehr individuell sind und maßgeschneiderte Ansätze erfordern. Nach Abschluss der zweiten Qualifikationsphase (Q2) mit einer Promotion genießen die Absolventinnen oder Absolventen eine äußerst wettbewerbsfähige Position auf dem Arbeitsmarkt. Forschende, die keine Karriere außerhalb des Instituts anstreben, treten in die Postdoc-Phase am RWI ein, die in zwei dreijährige Qualifikationsphasen unterteilt ist, nämlich „Q3“ und „Q4“.

Diese Postdoc-Phase ist durch klare Richtlinien strukturiert, die Orientierung hinsichtlich der persönlichen Entwicklung und der anzustrebenden Meilensteine bieten. Forschende in frühen Karrierephasen erhalten von erfahrenen Forschenden regelmäßig Feedback zu ihren Fortschritten. In der Regel ist der Übergang von der dritten zur vierten Phase ein wichtiger Wendepunkt, an dem über das endgültige Karriereziel innerhalb oder außerhalb der Wissenschaft entschieden wird. Vom Institut organisierte Seminare, an denen häufig RWI-Alumni teilnehmen, bieten Informationen zu möglichen Karrierewegen in verschiedenen Berufsfeldern. Die bisherigen Vermittlungen von RWI-Teammitgliedern belegen eindrucksvoll den erfolgreichen Übergang zu Professuren an Universitäten, Fachhochschulen und anderen Forschungsinstituten, zu politischen Organisationen und Ministerien sowie zu Unternehmen.

Gewinnung und Bindung talentierter Forschender. Eine weitere Karrieremöglichkeit für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden besteht darin, mehr Verantwortung innerhalb des Instituts zu übernehmen, typischerweise als (Co-)Leiterin oder (Co-)Leiter eines Forschungsbereichs. Der RWI-Vorstand beschließt diesen Karriereweg in Form eines unbefristeten Vertrags nur in Einzelfällen jenen Forschenden anzubieten, deren Kompetenz und Beitrag als unverzichtbar für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Instituts eingeschätzt werden. Diese Entscheidung erfolgt stets auf Empfehlung des RWI-Forschungsbeirats.

In der Regel werden (Co-)Leiterinnen und (Co-)Leiter von Forschungsabteilungen jedoch im Rahmen einer gemeinsamen Berufung mit einer Partneruniversität rekrutiert, um kompetente externe Forschende zu gewinnen. Das RWI hat ein enges Netz von Kooperationsverträgen mit benachbarten Universitäten geknüpft, die ausdrückliche Formulierungen hinsichtlich der Absicht zur Durchführung gemeinsamer Berufungen enthalten. In den letzten Jahren wurden mehrere gemeinsame Berufungen realisiert, beispielsweise mit der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund; Berufungen mit mehreren anderen Universitäten sind in Vorbereitung.

3. Förderung von Gleichstellung und Vielfalt

Das RWI verfolgt eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt am Institut, die von der Gewährleistung fairer und gerechter Einstellungs- und Beförderungsverfahren über die Förderung von Respekt und angemessenem Verhalten im täglichen Umgang bis hin zum Angebot flexibler Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie reichen. Das Institut strebt insbesondere eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils in allen Karrierestufen an, dehnt dieses Ziel jedoch gemäß den forschungsorientierten Gleichstellungs- und Diversitätsstandards der DFG auch auf andere Dimensionen der Vielfalt, wie beispielsweise die ethnische Herkunft, aus. Dementsprechend werden Gleichstellung und Vielfalt auf allen Ebenen der Organisation konsequent und sichtbar verfolgt und als strategische Führungsaufgabe verankert.

Alle strukturellen und steuerungsbezogenen Maßnahmen innerhalb der Einrichtung sind systematisch so konzipiert, dass Gleichstellung und Vielfalt bei allen personellen und finanziellen Entscheidungen sowie bei den Maßnahmen zur institutionellen Infrastruktur ausdrücklich berücksichtigt und in die Qualitätssicherungsverfahren integriert werden. Die Institutsleitung strebt nicht nur eine vielfältige Mitarbeiterstruktur am RWI gemäß der eigenen Diversitätsstrategie an, sondern hat auch beschlossen, die Charta der Vielfalt (ins Leben gerufen von Charta der Vielfalt e.V.) zu unterzeichnen, um ein klares Signal für dieses Engagement zu setzen.

Förderung von Gleichstellung und Vielfalt bei der Personalauswahl und bei Beförderungen. Am RWI haben wir verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Vielfalt bei der Personalauswahl und bei Beförderungen zu fördern. Um die Gleichstellung der Geschlechter bei der Einstellung von Forschenden in frühen Karrierephasen zu fördern, orientieren wir uns an einem Kaskadenmodell, das stetige Fortschritte bei der Erreichung eines ausgewogenen Geschlechterverhältnisses unter den Forschenden gewährleistet. Ziel des RWI ist es, das Geschlechtergleichgewicht auf allen Ebenen – von Forschenden in frühen Karrierephasen bis hin zur Abteilungsleitung – stetig zu verbessern. Darüber hinaus hat das RWI einen Kanal für Forschungsaufenthalte von Forschenden in frühen Karrierephasen aus dem Globalen Süden eingerichtet, wodurch die Vielfalt am RWI erhöht und das Spektrum der Perspektiven auf unsere Forschungsagenda erweitert wird.

In der Erkenntnis, dass die assoziierten Forschenden als Vorbilder für Forschende in frühen Karrierephasen wirken, erstreckt sich dieser Ansatz sowohl auf die Rekrutierung für das RWI Research Network als auch auf den wissenschaftlichen Beirat des RWI, der seit vielen Jahren eine ausgewogene Geschlechterverteilung aufweist. Ein bedeutender Erfolg dieser Strategie für Gleichstellung und Vielfalt ist der gestiegene Anteil weiblicher Abteilungsleiterinnen und Professorinnen am Institut. Zum Zeitpunkt der letzten Evaluierung im Jahr 2019 betrug der Anteil weiblicher RWI-Mitglieder 18,2% unter den Abteilungsleitenden und 0% unter den Professorinnen und Professoren, was im Wesentlichen dem geringen Frauenanteil in diesem Berufsfeld entsprach. Stand Dezember 2024 sind 41,5 % der Doktorandinnen und Doktoranden des RWI, 24% unserer Postdoktorandinnen und Postdoktoranden sowie 30% unserer Professorinnen und Professoren weiblich.

Förderung eines inklusiven Umfelds. Um ein inklusives Umfeld für Forschende mit unterschiedlichem Hintergrund zu schaffen, hat das RWI strukturelle Maßnahmen etabliert, um unangemessenes Verhalten wie Diskriminierung oder Belästigung zu verhindern und zu bekämpfen. In Fällen von Diskriminierung und Konflikten gibt es neben der internen Meldestelle – die gemäß dem Whistleblower-Schutzgesetz von einer externen Anwaltskanzlei betrieben wird – mehrere Anlaufstellen am RWI, an die sich Mitarbeiter wenden können. Dazu gehören der Betriebsrat, die Gleichstellungsbeauftragten (für Frauenfragen), der Inklusionsbeauftragte, die Promovierendenvertretung und die Ombudsperson (bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten oder ähnlichen Problemen). Zudem wurde eine Beschwerdestelle entsprechend dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (§13 AGG) eingerichtet.

Alle diese Anlaufstellen oder Dienste sind sich stets der oft vertraulichen Natur der besprochenen Themen bewusst, eine anonyme Meldung ist möglich. Darüber hinaus erfüllt das RWI die überarbeiteten Anforderungen für „Horizon Europe“-Projekte im Bereich der Geschlechtergleichstellung (Förderkriterium „Gender Equality Plan“ (GEP) des Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizon Europe“ 2021–2027) und dokumentiert dies auf seiner Website. Das RWI beabsichtigt, Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen zu Geschlechtergleichstellung und unbewussten geschlechtsspezifischen Vorurteilen für Mitarbeiter und Entscheidungsträger anzubieten.

Die Teammitglieder des RWI sind aufgefordert, sich stets angemessen zu verhalten, auch im täglichen Umgang am Arbeitsplatz. Das Institut ist überzeugt, dass sich der gestiegene Anteil von Frauen in Führungspositionen positiv auf seine Arbeitskultur ausgewirkt hat. Forscherinnen in Führungspositionen, von denen sich viele in einer Lebensphase befinden, in der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine große Herausforderung darstellt, werden beispielsweise durch flexible Regelungen unterstützt, die es ermöglichen, während des Mutterschafts- und Elternurlaubs den Kontakt zum Institut aufrechtzuerhalten oder nach dessen Ende einen gestaffelten Wiedereinstieg zu verwirklichen.

4. Forschungsdatenmanagement und Forschungsinfrastrukturen

Das RWI setzt sich für die Förderung der Replizierbarkeit und Reproduzierbarkeit empirischer Forschung ein, gestützt auf ein professionelles System des Forschungsdatenmanagements (RDM). In ihrer Arbeit stützen sich die RWI-Forschende auf ein breites Spektrum an Daten. Sie arbeiten mit umfangreichen Verwaltungsdatensätzen, kommerziellen Datensätzen und bestehenden Erhebungsdaten von Datenanbietern. Als Voraussetzung für den Zugang zu diesen Daten verpflichten sich die RWI-Forschenden zur Einhaltung der spezifischen Regeln und Vorschriften, die den Zugang, die Speicherung und die Veröffentlichung regeln. RWI-Forschende erstellen zudem neue Datensätze durch die Digitalisierung historischer Quellen und erheben eigene Daten in Umfragen und Laborexperimenten, wobei sie sich an professionelle Standards hinsichtlich sensibler personenbezogener Daten halten und, falls erforderlich, die Genehmigung einer gemeinsamen Ethikkommission einholen, die das RWI in Zusammenarbeit mit benachbarten Universitäten eingerichtet hat.

Bei diesen Bemühungen werden die RWI-Forschende durch ein professionelles RDM-System unterstützt, das von der Planung, Erfassung, Verarbeitung, sicheren Bereitstellung, Speicherung, Dokumentation bis hin zur und Veröffentlichung von Forschungsdaten reicht. Übergeordnetes Ziel ist die Gewährleistung der Wiederverwendung und Qualitätssicherung aller Forschungsdaten sowie die Reproduzierbarkeit und Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse. Ein Schlüsselelement dieses Ansatzes ist die Erstellung eines Replikationspakets, das den FAIR-Prinzipien entspricht und Daten so speichert, dass sie auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar sind, im Einklang mit den „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der DFG sowie den Empfehlungen relevanter NFDI-Konsortien wie KonsortSWD.

Ermutigt durch das Institut und angeleitet durch regelmäßige Workshops zu Themen wie Datendokumentation, Qualitätskontrolle sowie rechtliche und ethische Überlegungen, erstellen Forschende am RWI in der Regel einen Voranalyseplan, in dem sie sich vor Beginn der Datenerhebung oder -analyse zu einer detaillierten Methodik verpflichten und ihre Hypothesen, die verwendeten Stichproben sowie die Analyseverfahren darlegen. Dies verhindert Data Mining und P-Hacking, erhöht die Transparenz und Glaubwürdigkeit und gewährleistet die Reproduzierbarkeit empirischer Ergebnisse.

Hierbei liegt es in der gemeinsamen Verantwortung des RWI und seiner Forschenden, einschlägige Vorgaben und Empfehlungen zum RDM umzusetzen. Das RWI als Institut stellt dabei den Schutz vor Verlust, die langfristige Speicherung und die ordnungsgemäße Vernichtung der Forschungsdaten sicher und bietet die Möglichkeit, Forschungsdaten zur weiteren Nutzung bereitzustellen. Um sicherzustellen, dass die FAIR-Prinzipien bei allen Forschungsarbeiten des RWI eingehalten werden, hat das RWI eine RDM-Richtlinie verabschiedet. Hierdurch werden systematisch alle in veröffentlichten RWI-Studien verwendeten Datensätze sowie die im Rahmen von Institutsprojekten generierten Datensätze erfasst und soweit möglich zur Wiederverwendbarkeit durch die wissenschaftliche Community bereitgestellt.

5. Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer

Im Einklang mit dem Auftrag der Leibniz-Gemeinschaft, angewandte Grundlagenforschung zu betreiben und Wissenstransfer zu leisten, verfolgt das RWI eine mehrgleisige Strategie, um seine Forschungsergebnisse wirksam in der Öffentlichkeit und in politischen Kreisen zu verbreiten. Neben Forschungsberichten und Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften gibt das RWI die „RWI Positions“ und die „RWI Impact Notes“ heraus, kompakte Formate zur Verbreitung von Forschungsergebnissen und zur Darstellung politischer Handlungsoptionen, und informiert die breite Öffentlichkeit aktiv über seine Arbeit in den sozialen Medien.

RWI-Forschende tragen regelmäßig zur öffentlichen Debatte bei, indem sie Interviews geben und Gastkommentare in renommierten Medien verfassen, unterstützt durch das kompetente Kommunikationsteam des RWI. Schließlich sind viele RWI-Forschende in politischen Gremien und Beiräten tätig, wie beispielsweise im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oder in der Expertenkommission für Forschung und Innovation.

Als weiteren wichtigen Weg zur Verbreitung seiner Forschungsergebnisse organisiert das RWI Veranstaltungen, die den Austausch zwischen Forschenden, politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit fördern. Das Flaggschiff des RWI im Bereich des Wissensaustauschs ist unser jährliches Wirtschaftsgespräch, bei dem namhafte Gastrednerinnen und -redner wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen vorstellen und mit der Öffentlichkeit diskutieren.

Darüber hinaus engagieren wir uns für den Dialog mit jungen Zielgruppen durch verschiedene Initiativen, insbesondere durch die Partnerschaft bei YES! Young Economic Solutions, einem Schulwettbewerb zu gesellschaftlichen Herausforderungen, und der jährlichen Veranstaltung „Ökonomie Hautnah“, die sich in innovativen Formaten wie dem akademischen Speed-Dating an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe richtet. Diese Initiativen ergänzen das ambitionierte Engagement der RWI-Forschenden in der akademischen Lehre an benachbarten Universitäten und Fachhochschulen.