Prices or bans? Understanding public preferences over policy options
Wenn ein politisches Ziel festgelegt oder vorgeschrieben wird, z. B. durch eine übergeordnete Regierungsebene, steht den politischen Entscheidungsträgern eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, um dieses Ziel zu erreichen, wie beispielsweise Preissteuerungsinstrumente oder Verbote. Die Umsetzung solcher Maßnahmen kann jedoch scheitern, wenn ihnen die Unterstützung der Öffentlichkeit fehlt. Wir untersuchen daher die Determinanten der öffentlichen Präferenzen für diese Instrumente in zwei Kontexten anhand eines Befragungsexperiments mit mehr als 4.000 Teilnehmern aus der allgemeinen deutschen Bevölkerung. Die Befragten wählen zwischen Preisinstrumenten und Verboten, die auf die Reduzierung des Autoverkehrs in Innenstädten und des Zuckerkonsums abzielen, während wir den Preis des Preisinstruments über die neu eingeführte „Policy Price List“ variieren. Darüber hinaus variieren wir die Strenge des Verbots sowie die Informationen über die Wirksamkeit der Maßnahmen. Wir stellen fest, dass die Präferenzen hinsichtlich der vorgestellten politischen Optionen bei einer großen Mehrheit der Befragten von der Ausgestaltung der Politikinstrumente abhängen. Höhere Preise können die Unterstützung für Preismaßnahmen sowohl erhöhen als auch verringern, während strengere Verbote nicht unbedingt weniger beliebt sind. Darüber hinaus spielt die wahrgenommene Wirksamkeit der Politik eine Rolle: Die Bereitstellung von Informationen über die Wirksamkeit erhöht die Unterstützung für Preissteuerungsmaßnahmen. Im Gegensatz dazu sagen moralische Überzeugungen und Reaktanz in erster Linie die Unterstützung für das politische Ziel selbst voraus und nicht die relativen politischen Präferenzen.