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Ruhr Economic Papers #1216

2026

Zarah Thiel, Ivan Gonzalez-Gordon, Andreas Löschel

What's in It for Us? Moral Foundations, Co-Benefit Narratives and Preferences for Renewable Energy Investments

Der Ausbau erneuerbarer Energien (EE) trägt weltweit zur Eindämmung des Klimawandels bei und bringt lokale Zusatznutzen mit sich, wie beispielsweise eine verbesserte Energiesicherheit. Die Diskurse und politischen Strategien im Rahmen der Energiewende unterscheiden sich darin, ob sie internationale Zusammenarbeit oder Wettbewerb befürworten, was unterschiedliche Prioritäten bei der Sicherung von Zusatznutzen für das eigene Land oder für andere Länder widerspiegelt. Wir führen ein vorab registriertes Experiment zur Informationsvermittlung mit über 4.000 repräsentativen Befragten in Deutschland und Spanien durch, in dem wir zwei neuartige Determinanten der Präferenzen für den Standort von Klimaschutzmaßnahmen analysieren: moralischen Universalismus – Altruismus gegenüber Fremden im Vergleich zu Mitgliedern der eigenen Gruppe – und wirtschaftliche Narrative zur Energiewende. In unserem 2x2-Design manipulieren die Behandlungsgruppen den Standort – Heimatland versus Entwicklungsland – der erforderlichen Investitionen in erneuerbare Energien und der daraus resultierenden positiven Nebeneffekte. Wir identifizieren eine Universalismus-Kluft, die die Literatur zum moralischen Universalismus untermauert: Universalisten zeigen eine stärkere Unterstützung für ausländische Projekte im Bereich erneuerbarer Energien als Kommunitaristen. Während Narrative zu Mitnutzen die durchschnittlichen politischen Präferenzen verschieben, schließen sie diese moralische Kluft in den Präferenzen nicht, selbst bei Narrativen, die sich an ein kommunitaristisches Publikum richten. Trotz bemerkenswerter Unterschiede zwischen Deutschland und Spanien hinsichtlich ihres technischen und institutionellen Umfelds für den Ausbau erneuerbarer Energien sind die Auswirkungen der Narrative und der Zusammenhang zwischen moralischem Universalismus und politischen Präferenzen in beiden Ländern konsistent. Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass moralische Grundlagen die Präferenzen hinsichtlich standortbezogener Klimaschutzmaßnahmen stark beeinflussen.

ISBN: 978-3-96973-401-8

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