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Health Policy and Technology

Evolution of digital maturity of German hospitals - A longitudinal analysis from 2021 to 2024

Zielsetzung: Nach umfangreichen Investitionen durch das Krankenhauszukunftsgesetz (2019–2025) hat das Bundesministerium für Gesundheit das Konsortium DigitalRadar beauftragt, ein digitales Reifemodell für deutsche Krankenhäuser zu entwickeln und den Fortschritt über drei Erhebungszeitpunkte (2021, 2024, 2026) zu bewerten. Im Jahr 2024 wurde die digitale Reife der Krankenhäuser in der zweiten Welle erneut assessmentiert und Veränderungen seit 2021 sowie die Wahrnehmung und Nutzung des Assessments durch die Krankenhäuser und die Relevanz der Digitalisierung für Patient:innen untersucht. Methoden: Das Reifemodell wurde für Welle 2 aktualisiert. Die Datenerhebung erfolgte durch einen Online-Fragebogen an interdisziplinäre Krankenhaus-Teams (n ≈ 1.592). Eine Mixed-Methods-Evaluation untersuchte Nutzererfahrung und Akzeptanz sowie die Patient:innen-Perspektive. Dies umfasste quantitative Befragungen (Stakeholder: n = 276–337; Patient:innen: n = 253) und qualitative Interviews mit Krankenhäusern (n = 30) und Patient:innen (n = 94). Ergebnisse: Zwischen 2021 und 2024 stieg die durchschnittliche digitale Reife um 27 % auf 42 von 100 Punkten. Die höchsten Werte wurden in den Dimensionen Strukturen und Systeme sowie Klinische Prozesse erzielt, während die Partizipation der Patient:innen die größte relative Verbesserung verzeichnete (ca. 90,5 %). Die Reifegrade variierten weiterhin je nach Krankenhausmerkmalen. 80 % der Krankenhäuser berichteten über eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit und Klarheit des Instruments, technische und inhaltliche Verfeinerungen bleiben jedoch erforderlich. Digitale Anwendungen, die sich direkt an Patient:innen richten, sind nach wie vor selten implementiert. Schlussfolgerungen: Obwohl die digitale Reife deutlich zugenommen hat, bleibt das Gesamtniveau moderat, was auf erheblichen weiteren Transformationsbedarf hinweist. Um den langfristigen Erfolg der Digitalisierungsmaßnahmen zu sichern, sollte die Fördermittel auch in Zukunft fortgeführt werden. Das longitudinale und partizipative Design dieser Studie ist im Gesundheitswesen und darüber hinaus ungewöhnlich und adressiert zentrale Limitationen konventioneller querschnittlicher Evaluationsstudien.

Haring, M., F. Hasse, A. Haering, J. Hollenbach, K. Materne, S. Rohwer, F. Fritzsche, S. Thun, V. Amelung, J. Peukert und A. Geissler (2026), Evolution of digital maturity of German hospitals - A longitudinal analysis from 2021 to 2024. Health Policy and Technology (forthcoming)

DOI: 10.1016/j.hlpt.2026.101352