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RWI Materialien #173

Strom- und Gaspreise für heimische Industrieunternehmen im internationalen und intertemporalen Vergleich

Diskussionspapier

Dieser Beitrag zeigt mit Hilfe eines internationalen Vergleichs einmal mehr, dass Deutschland zu den Ländern mit weit überdurchschnittlich hohen Strom- und den weltweit höchsten Gaspreisen gehört. So fielen die Gaspreise für die deutsche und europäische Industrie im Jahr 2024 etwa fünf Mal höher als in den nordamerikanischen Staaten USA, Kanada und Mexiko, wo die Gaspreise für die Industrie im Jahr 2024 bei rund einem Cent die Kilowattstunde lagen. Beim Strom hingegen sind die Preisunterschiede für die Industrie nicht so gravierend wie bei Erdgas. Hinzu kommt, dass es Deutschland in den eigenen Händen hat, die Strompreise zu senken. So sollten kurzfristig sämtliche Abgaben und Umlagen, die für die stromintensivsten Unternehmen im Jahr 2025 im Mittel 2,75 Cent die Kilowattstunde betrugen, künftig aus Steuermitteln bezahlt werden, anstatt von den Stromverbrauchern. Mittel- bis langfristig könnte nach der Angebotsreduktion infolge des Kohle- und Kernenergieausstiegs eine erhebliche, technologieoffene Ausweitung des Stromangebots ein wirksamer Hebel zur nachhaltigen Senkung der Strompreise in Deutschland sein. Die Einschränkung der Angebotsausweitung auf erneuerbare Energien, die von Erdgaskraftwerken als Reservekapazitäten ergänzt werden, würde hingegen wegen der stark steigenden Systemkosten nicht zu einer Senkung der Strompreise führen. Dies hat die Erfahrung gezeigt und wird von der Studie von Grimm, Oechsle und Zöttl (2024) belegt. Ein massiver technologieoffener Ausbau der Stromerzeugung könnte hingegen helfen, das Strompreisniveau nachhaltig zu verringern. So sollte, nicht zuletzt aus Gründen der Stromversorgungssicherheit, auf den Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken gesetzt werden, solange die Höhe der Emissionszertifikatpreise dies wirtschaftlich erlaubt, aber auch auf die Kernenergie.

ISBN: 978-3-96973-415-5

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