The Costs of Losing Admission Lotteries: The Transition from Primary to Secondary School in Bremen
Wir untersuchen die Folgen einer Niederlage bei Zulassungslotterien in einem zentralisierten Schulwahlsystem mit früher Differenzierung nach Schulformen. Auf Grundlage administrativer Schülerpaneldaten aus Bremen nutzen wir die zufällige Vergabe von Schulplätzen innerhalb gleicher Prioritätsgruppen im Rahmen eines Immediate-Acceptance-Verfahrens, um die Folgen einer Lotterieniederlage zu identifizieren. Eine Niederlage bei der Zulassungslotterie verändert das schulische Umfeld erheblich: Betroffene Schülerinnen und Schüler haben längere Schulwege, werden häufiger von ihren bisherigen Mitschülerinnen und Mitschülern getrennt und besuchen Schulen mit einer sozioökonomisch weniger begünstigten Schülerschaft und einem geringeren durchschnittlichen Leistungsniveau. Darüber hinaus zeigen sich punktuelle negative Effekte auf standardisierte Testergebnisse und erreichte Schulabschlüsse. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund verlieren deutlich häufiger eine Zulassungslotterie, da sie häufiger an Lotterien um stark nachgefragte Schulplätze teilnehmen. Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund erfahren infolge einer Lotterieniederlage hingegen tendenziell größere relative Veränderungen ihres schulischen Umfelds und wechseln häufiger auf eine Privatschule, um die damit verbundenen Kosten abzumildern.