Green Jobs, Scarce Talent: How the Green Transition Intensifies Labor Shortages
Dieses Papier untersucht das Ausmaß und verschiedene Merkmale des Fachkräftemangels im Kontext der ökologischen Transformation des deutschen Arbeitsmarktes und erörtert mögliche Strategien zur Abmilderung der Konsequenzen. Die empirische Analyse basiert auf Daten aus Online-Stellenanzeigen, einer Unternehmensbefragungen sowie administrativen Beschäftigungs- und Ausbildungsdaten. Ergänzend werden berufsspezifische Indikatoren der Bundesagentur für Arbeit zur „Grünheit“ von Berufen und zum Arbeitskräftemangel herangezogen. Dadurch lassen sich grüne Arbeitsnachfrage, das entsprechende Arbeitsangebot und bestehende Fachkräfteengpässe umfassend abbilden. Wir zeigen, dass die Nachfrage nach grünen Arbeitskräften sowohl entlang der extensiven als auch an der intensiven Marge gestiegen ist und identifizieren die für den grünen Wandel relevantesten Berufe und Qualifikationen. Grüne Berufe sind sowohl unter den Berufen mit ausgeprägtem Fachkräftemangel als auch unter den Berufen, die keinen Fachkräftemangel aufweisen, vertreten. Dennoch erwarten Unternehmen, dass die ökologische Transformation den Fachkräftemangel verschärfen wird. Eine zentrale Rolle bei der Abmilderung dieser Engpässe kommt dem deutschen Ausbildungssystem zu. Obwohl auch grüne Berufe einen Mangel an Auszubildenden verzeichnen, bleiben diese Berufe für Bewerberinnen und Bewerber vergleichsweise attraktiv. Unternehmen nutzen zur Bewältigung der sich wandelnden Arbeitsnachfrage überwiegend interne Anpassungsmechanismen, insbesondere Weiterbildung und verstärkten Technologieeinsatz, statt externe Rekrutierungsstrategien, wie die Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland.