Behavioral Effects of Carbon Pricing: Experimental Evidence on the Demand for Fuel
Die CO₂-Bepreisung ist ein zentrales politisches Instrument zur Eindämmung des Klimawandels. Sie erhöht die Preise und senkt dadurch die Nachfrage nach CO₂-intensiven Produkten und Aktivitäten. Verhaltensauswirkungen wie das Verdrängen oder Hervorrufen intrinsischer Motivation, moralische Lizenzierung oder Trotzreaktionen können jedoch den reinen Preiseffekt entweder verstärken oder abschwächen. In dieser Studie werden die Verhaltensauswirkungen der CO₂-Bepreisung auf den Kraftstoffverbrauch untersucht. Dazu wurde ein Multiple-Price-List-Ansatz in einem incentivierten Online-Befragungsexperiment verwendet, das 2024 in Deutschland mit einer Stichprobe von 2.600 Teilnehmenden aus der Allgemeinbevölkerung durchgeführt wurde. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Sichtbarkeit des CO₂-Preises im Durchschnitt die intrinsische Motivation verstärkt im Vergleich zu einer Situation, in der die CO₂-Bepreisung zwar vorhanden, aber weniger sichtbar ist. Dies verstärkt den Preiseffekt. In bestimmten Untergruppen schwächt diese Sichtbarkeit jedoch den Preiseffekt und führt aufgrund der Verdrängung der intrinsischen Motivation und moralischer Lizenzierung tendenziell sogar zu einem Anstieg der Nachfrage nach Kraftstoff.