The local risk of credit default – a driver of segregation
Es ist bekannt, dass die räumliche Segregation unerwünschte Nachbarschaftseffekte für die Bevölkerung in benachteiligten Gebieten mit sich bringt. Bislang gibt es jedoch nur relativ wenige Untersuchungen zur Segregation der finanziell belasteten Privathaushalte. Am Beispiel Deutschlands zeigen wir, dass für einen Teil der Bevölkerung die finanzielle Ausgrenzung zunimmt. In unserer hedonischen Preisanalyse auf der Grundlage bundesweiter Daten auf einer Rasterebene von 1 km² wenden wir einen Instrumentvariablenansatz an, um statistische Verzerrungen zu beseitigen, die durch endogene Haushaltssortierung entstehen. Wir stellen fest, dass wohlhabende Haushalte bereit sind, einen erheblichen Aufschlag auf ihre Miete bzw. den Immobilienpreis zu zahlen, um einen Wohnstandort in Gebieten zu vermeiden, in denen viele Haushalte mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Darüber hinaus zeigen unsere Ergebnisse, dass ein niedrigeres lokales Bildungsniveau mit einem höheren Risiko für das Auftreten von Kreditausfällen verbunden sind, so dass Defizite der finanziellen Allgemeinbildung mit hoher wahrscheinlich über Generationen hinweg weitergegeben werden. Da Europas größte Volkswirtschaft für ihre vergleichsweise egalitäre Einkommensverteilung bekannt ist, ist es bemerkenswert, dass die Isolation von Haushalten in finanziellen Notlagen hier zunimmt. Die Studie empfiehlt gemeindeorientierte Maßnahmen, die darauf abzielen, die lokale Teilhabe an Bildung, die Finanzkompetenz und den Zugang zu Finanzmitteln zu verbessern.
Neumann, U. und S. Schaffner (2026), The local risk of credit default – a driver of segregation. Applied Economics Letters (forthcoming)