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Journal of Development Economics

Self-medication under uncertainty: Insights on drug quality and consumer behavior in Burkina Faso

Wie wirkt sich die Arzneimittelqualität auf das Selbstmedikationsverhalten aus? Wir gehen dieser Frage im Kontext von Burkina Faso nach, wo die Selbstmedikation mit Antibiotika weit verbreitet ist. Anhand chemischer Qualitätsprüfungen stellen wir fest, dass jedes dritte auf dem Markt erhältliche Antibiotikum minderwertig oder gefälscht ist, was erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Zwar sind sich die Verbraucher der Verbreitung minderwertiger Arzneimittel weitgehend bewusst, doch fällt es ihnen schwer, die Qualität anhand beobachtbarer Anhaltspunkte wie Preis oder Verpackung einzuschätzen. Um kausale Zusammenhänge zu ermitteln, führen wir ein neuartiges „Lab-in-the-Field“-Experiment durch, bei dem die Wahrscheinlichkeit des Kaufs wirksamer Medikamente variiert wird. Wir stellen fest, dass die Selbstmedikation zunimmt, je sicherer die Arzneimittelqualität ist. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass marktbezogene Maßnahmen zur Verbesserung der Arzneimittelqualität unbeabsichtigt den unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika verstärken könnten, was Auswirkungen auf die Gesundheitspolitik und die Antibiotikaresistenz hat.

Hartwig, R., M. Koala, L. Merkel, S. Ouedraogo und F. Yaya Bocoum (2027), Self-medication under uncertainty: Insights on drug quality and consumer behavior in Burkina Faso. Journal of Development Economics, 184, 103890

DOI: 10.1016/j.jdeveco.2026.103890