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World Development

Is irregular migration responsive to recent German asylum policy adjustments?

Wir untersuchen, inwieweit asylpolitische Maßnahmen, die darauf abzielen, irreguläre Migration abzuschrecken, dieses Ziel tatsächlich erreichen. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der deutschen Reformen des Asylsystems aus dem Jahr 2023. Dazu zählen beschleunigte Asylverfahren, die Möglichkeit der Durchführung von Asylverfahren außerhalb Europas, die Einführung einer Bezahlkarte anstelle von Bargeldleistungen sowie eine verlängerte Wartezeit bis zum Bezug von Sozialleistungen auf dem Niveau der einheimischen Bevölkerung. Zur Schätzung der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Absicht, irregulär zu migrieren, führen wir ein Conjoint-Experiment mit 989 Männern im Alter von 18 bis 40 Jahren in vier Städten Senegals durch – einem Land, in dem irreguläre Migration nach Europa eine hohe Bedeutung hat. Die Auslagerung von Asylverfahren außerhalb Europas verringert die Absicht zur irregulären Migration deutlich, während eine verlängerte Wartezeit bis zum Bezug regulärer Sozialleistungen nur einen geringen Effekt aufweist. Weder eine Verkürzung der Dauer von Asylverfahren noch der Ersatz von Bargeldleistungen durch eine Bezahlkarte verändern die Migrationsabsichten. Unsere Studie beantwortet jedoch nicht die politischen und normativen Fragen, die mit diesen Maßnahmen verbunden sind.

Beber, B., C. Ebert und M. Sievert (2026), Is irregular migration responsive to recent German asylum policy adjustments?. World Development, 207, 107478

DOI: 10.1016/j.worlddev.2026.107478