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Zeitschrift für Wirtschaftspolitik

Die Verschiebung des deutschen Ziels der Treibhausgasneutralität vom Jahr 2045 auf das Jahr 2050: Mögliche ökonomische und ökologische Effekte

Wirtschaftsverbände fordern derzeit, das Zieljahr für die Erreichung der Klimaneutralität in Deutschland von 2045 auf 2050 zu verschieben und damit das nationale Ziel an das Klimaneutralitätsziel der Europäischen Union anzupassen. Für diese Forderung gibt es gute Gründe, wie in diesem Artikel erläutert wird – allen voran die immensen Kosteneinsparungen für die deutsche Wirtschaft. Eine Verschiebung wäre auch deshalb ratsam, weil eine wirksame Klimapolitik, die weltweit echte Auswirkungen hat, nur durch internationale Zusammenarbeit möglich ist, nicht durch einseitiges nationales Handeln (Ockenfels, Schmidt 2019). Angesichts der Herausforderungen, die mit einem sehr ehrgeizigen Zeitplan für die Klimapolitik verbunden sind, stellt sich die Frage, warum Deutschland die damit verbundenen Risiken und Kosten auf sich nehmen sollte, wenn die daraus resultierenden Reduzierungen der Treibhausgasemissionen naturgemäß nur begrenzte Auswirkungen auf globaler Ebene erzielen können. Diese Frage wird umso dringlicher, als die Übernahme einer Vorreiterrolle schwerwiegende kontraproduktive Folgen für Deutschland haben könnte, vor allem den potenziellen Verlust der öffentlichen Akzeptanz für die Klimapolitik.

Frondel, M. (2026), Die Verschiebung des deutschen Ziels der Treibhausgasneutralität vom Jahr 2045 auf das Jahr 2050: Mögliche ökonomische und ökologische Effekte. Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 75, 2, 173-194

DOI: 10.1515/zfwp-2026-2007