Projektion der Wirtschaftsentwicklung bis 2030: Migrationseinbruch schadet dem mittelfristigen Wachstum
Die mittelfristigen Wachstumsperspektiven werden maßgeblich durch den demografischen Wandel und die anhaltend geringe Produktivitätsdynamik getrübt. Hinzu kommt, dass der jüngste Rückgang der Zuwanderung die Entwicklung des Arbeitskräftepotenzials bremst. Vor diesem Hintergrund dürfte das Produktionspotenzial bis zum Jahr 2030 stagnieren. Die im Prognosezeitraum entstehende positive Produktionslücke speist sich dabei im Wesentlichen aus der staatlichen Ausgabentätigkeit. Getragen von der konjunkturellen Erholung gerät die gesamtwirtschaftliche Produktion bereits im Jahr 2027 in eine Phase der Überauslastung, während der Kapitalstock über den gesamten Projektionszeitraum nur verhalten zunimmt. Die zentralen Unsicherheiten dieser Prognose ergeben sich aus dem Tempo des Mittelabflusses aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie den Entwicklungen im handelspolitischen Umfeld. Alles in allem ist für den Projektionszeitraum mit einer historisch ungewöhnlich schwachen wirtschaftlichen Dynamik zu rechnen.
Kotz, S., C. Krause und T. Schmidt (2026), Projektion der Wirtschaftsentwicklung bis 2030: Migrationseinbruch schadet dem mittelfristigen Wachstum. RWI Konjunkturberichte, 77, A04