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Ruhr Economic Papers #1219

So Close Yet So Far? – Estimating the Relationship Between Distance and Hospital Utilization Using Road Closures

Die Entfernung zu gesundheitlichen Versorgungseinrichtungen ist ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Die tatsächliche Wirkung lässt sich jedoch nur schwer messen, weil sowohl die Lage der Gesundheitseinrichtungen als auch der Wohnort stark endogen sind. Diese Arbeit stellt eine neue exogene Variation vor, um diesen Zusammenhang zu isolieren: Schließungen deutscher Autobahnen. Diese werden mithilfe eines Fixed-Effects-Modells unter Verwendung administrativer Daten einer großen deutschen Krankenversicherung angewendet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sperrungen zu erheblichen Veränderungen der Fahrzeiten führen und dass die Inanspruchnahme stationärer Krankenhausleistungen mit einer Elastizität von etwa −0,15% reagiert. Diese Größenordnung ist deutlich kleiner als die gesamte Korrelation (−0,86%), bleibt jedoch in einem relevanten Ausmaß. Die Entfernung zu einem Krankenhaus ist damit an sich ein wichtiger Faktor für dessen Inanspruchnahme, auch wenn ihr Effekt kleiner ist, als es die Gesamt-Korrelation nahelegt. Patientinnen und Patienten weichen eher auf andere Krankenhäuser aus, als dass sie auf eine stationäre Versorgung verzichten oder diese durch eine primärärztliche Versorgung ersetzen. Personen, die in ländlichen Regionen oder in Gebieten mit geringer Kaufkraft leben reagieren besonders stark auf Fahrzeitänderungen.

ISBN: 978-3-96973-404-9

JEL-Klassifikation: I11, I14, I18, R41

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