Mobility Framing Effects in Migration Surveys: A Research Note with Experimental Evidence from Senegal
Migration bleibt einer der unvorhersehbarsten demografischen Prozesse. In Ermangelung zuverlässiger Daten zum Verhalten greifen Migrationsforscher zunehmend auf Umfragefragen zurück, um die Wünsche der Befragten zu ermitteln, die teilweise als Ersatz für das tatsächliche Verhalten dienen. Während frühere Forschungen die Vorhersagekraft von Migrationswünschen hervorgehoben haben, beginnt die Forschung nun, deren Sensibilität für die Gestaltung von Umfrageinstrumenten zu untersuchen. In dieser Forschungsnotiz untersuchen wir das Risiko eines Mobilitäts-Framing-Effekts, bei dem die Formulierung von Umfragefragen rund um Migration statt Bleiben die Schätzungen überhöhen kann. Basierend auf einem Umfrageexperiment im Senegal mit zufälliger Zuordnung zu Rahmenbedingungen für den Verbleib oder die Migration stellen wir fest, dass Mobilitätsrahmenbedingungen zu um 12 Prozentpunkte höheren Migrationsabsichten führen als Rahmenbedingungen für den Verbleib. Wir zeigen, dass diese Unterschiede nicht durch eine Einstellungsvoreingenommenheit erklärt werden können – die Tendenz der Befragten, Umfrageaussagen unabhängig von der Frage zuzustimmen. Stattdessen interpretieren wir den Unterschied als Beweis für einen Framing-Effekt bei der Schätzung von Migrationsabsichten, der wichtige Auswirkungen auf die demografische Analyse der Migration hat, insbesondere in Bezug auf Prognosen.
Murken, N., K. Schewel und J. Tjaden (2026), Mobility Framing Effects in Migration Surveys: A Research Note with Experimental Evidence from Senegal. Demography, 63, 3, 759-769