Western TV and Crimes against Foreigners in East Germany
Nach der Wiedervereinigung stieg die Zahl ausländerfeindlicher Straftaten in der ehemaligen DDR stark an. Mithilfe von Landkreis-Daten aus den frühen 1990er-Jahren untersuchen wir, ob der regionale Zugang zu westlichem Fernsehen, also zu nichtsozialistischen Medien, vor dem Mauerfall Einfluss auf die regionale Häufigkeit schwerer fremdenfeindlicher Straftaten (Mord und Brandstiftung) in Ostdeutschland hatte. Unsere Ergebnisse zeigen, dass ostdeutsche Landkreise ohne Zugang zu „Westfernsehen“ höhere Raten solcher Straftaten aufwiesen, wie beispielsweise im „Tal der Ahnungslosen“ rund um Dresden. Dieser kriminalitätsmindernde Effekt des westlichen Fernsehens erweist sich in einer Reihe von Robustheitsprüfungen als stabil und unterstreicht die Bedeutung der Medien für Einstellungen gegenüber Ausländern und für fremdenfeindliche Straftaten – und zwar lange vor dem Aufkommen des Internets und der sozialen Medien.