How Migration Shapes Local Networks: Evidence from 145 Senegalese Villages
Abwanderung ist ein weit verbreitetes Phänomen im ländlichen Raum des Globalen Südens, doch ihre Auswirkungen auf soziale Netzwerke in den Herkunftsgemeinden sind bislang kaum erforscht. Auf der Grundlage von Originaldaten aus fast 10.000 Haushalten in 145 Dörfern im Senegal präsentiert dieser Beitrag Beobachtungsdaten, die einen Zusammenhang zwischen dem Migrationsstatus von Haushalten und den sozialen Bindungen in den Herkunftsgebieten herstellen. Migrantenhaushalte pflegen deutlich mehr lokale soziale Kontakte als Nicht-Migrantenhaushalte, was auf stärkere Bindungen unter Migranten und auf Verbindungen zu Migrantenhaushalten zurückzuführen ist. Diese erhöhte Vernetzung lässt sich nicht allein durch wirtschaftliche Ressourcen erklären, sondern scheint vielmehr durch immaterielle Faktoren wie den Zugang zu Informationen geprägt zu sein. Diese Ergebnisse stützen nicht die Hypothese einer Desintegration ländlicher Gemeinschaften aufgrund von Migration. Soziale Netzwerke sind jedoch ein zentrales Merkmal des ländlichen Lebens, und indem die Aufmerksamkeit von den Netzwerken in den Zielgebieten auf die Netzwerke in den Herkunftsgebieten verlagert wird, erweitert die Studie das Verständnis der sozialen Auswirkungen der Migration.