Skip to main content

Journal of Population Economics

Immigration and crimes against natives: the 2015 refugee crisis in Germany

Während der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 kamen fast eine Million Flüchtlinge nach Deutschland. Dies löste die weitverbreitete Besorgnis aus, dass Straftaten gegen die einheimische Bevölkerung ansteigen könnten. Mithilfe neuartiger Kreisdaten untersuchen wir diese Frage mittels Erstdifferenzschätzungen und zweistufiger Kleinste-Quadrate-Schätzungen (2SLS). Unsere Ergebnisse stützen nicht die Ansicht, dass Deutsche in größerer Zahl Opfer von Straftaten durch Flüchtlinge wurden. Letzteres messen wir in unserer Untersuchung anhand der Häufigkeit mit der Deutsche in der polizeilichen Kriminalstatistik als Opfer von Straftaten geführt werden, in welchen Flüchtlinge als Tatverdächte erfasst sind. Unsere Befunde sind nicht nur von großer Politikrelevanz und öffentlichem Interesse, sondern haben auch für die allgemeine Forschungsliteratur zum Thema Einwanderung und Kriminalität große Bedeutung, da diese bisher meist nur Straftaten pro Kopf oder Varianten davon betrachtet hat. Wir zeigen, dass solche aggregierten Messgrößen unzureichende Aufschlüsse über die tatsächlichen Opfermuster bestimmter Gruppen geben können.

Kvasnicka, M. und Y. Huang (2026), Immigration and crimes against natives: the 2015 refugee crisis in Germany. Journal of Population Economics, 39, 3, 54

DOI: 10.1007/s00148-026-01194-8