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Earth's Future

Barrier or Enabler? Cross-cultural Evidence on Cognitive Biases in Climate Protection

Es wird vielfach spekuliert, dass kognitive Verzerrungen erhebliche Hindernisse für die Fähigkeit der Menschheit darstellen, Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zu ergreifen. Die praktische Bedeutung solcher Effekte ist jedoch umstritten und unterliegt wahrscheinlich dem verzerrungsmodifizierenden Faktor „Kultur“. Die Behauptungen implizieren dennoch eine überprüfbare Hypothese: Ein höheres Ausmaß an kognitiven Verzerrungen sollte in verschiedenen Kontexten – einschließlich Ansätzen auf der Grundlage offenbarer oder geäußerter Präferenzen – eine geringere Zahlungsbereitschaft (WTP) für Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels vorhersagen. Diese Studie überprüft diese Hypothese mithilfe eines Ansatzes auf der Grundlage geäußerter Präferenzen mit Studierenden aus Deutschland und Indonesien. Unsere Analyse erfolgt in zwei Schritten: Zunächst werden bei jedem Teilnehmenden vier kognitive Verzerrungen mithilfe einer Reihe vorab getesteter psychologischer Skalen gemessen. Anschließend führen wir ein Kontingenzbewertungsexperiment durch, bei dem die Zahlungsbereitschaft (WTP) zur Eindämmung des Meeresspiegelanstiegs ermittelt wird, wodurch wir untersuchen können, wie sich die Zahlungsbereitschaft je nach Ausmaß der kognitiven Verzerrung verändert. Die Ergebnisse stützen die Hypothese nur in begrenztem Maße. Zwei der vier untersuchten Verzerrungen – Risikosuche bei Verlusten und Gegenwartsverzerrung – sagen die Zahlungsbereitschaft nicht signifikant voraus. Verlustaversion ist in der deutschen Stichprobe ein (mäßig) negativer Prädiktor, während die positive Illusion in der indonesischen Stichprobe ein positiver Prädiktor ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kognitive Verzerrungen das Klimaschutzverhalten vorhersagen; dies gilt jedoch nur in einer Minderheit der Fälle, und selbst dort muss die Vorhersage nicht zwangsläufig negativ ausfallen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Auswirkungen kognitiver Verzerrungen – sofern überhaupt vorhanden – komplex und kontextabhängig sind und eine sorgfältige Einzelfalluntersuchung erfordern.

Moser, D., C. Vance, C. Branco, D. Dohse, J. dos Santos, J. Tavares und A. Schlüter (2026), Barrier or Enabler? Cross-cultural Evidence on Cognitive Biases in Climate Protection. Earth's Future, 14, 8, e2025EF007697

DOI: 10.1029/2025EF007697