Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #901

The Introduction of Bismarck’s Social Security System and Its Effects on Marriage and Fertility in Prussia

von Timothy W. Guinnane und Jochen Streb

RWI, 03/2021, 42 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-96973-042-3 DOI: 10.4419/96973042

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Zusammenfassung

Ökonomen argumentieren seit langem, dass die Einführung einer Sozialversicherung die Geburtenrate senkt. Die Hypothese stützt sich auf Standardmodelle: Wenn Kinder zum Teil deshalb wünschenswert sind, weil sie Sicherheit im Falle von Invalidität oder Alter bieten, dann sollten staatliche Programme, die eine Versicherung gegen diese Ereignisse bieten, Paare dazu veranlassen, bei der Allokation des Vermögens von Kindern abzusehen. Wir testen diese Behauptung anhand der Einführung der Sozialversicherung in Deutschland im Zeitraum von 1881 bis 1910. Bismarcks Sozialversicherungssystem hatte drei Säulen: Krankenversicherung, Arbeitsunfallversicherung und eine Altersrente. Frühere Studien konzentrieren sich typischerweise nur auf die Rente; wir betrachten alle drei Säulen. Wir finden, dass Bismarcks Sozialversicherungssystem die Fertilität insgesamt nur über seine Auswirkungen auf den Anreiz zur Heirat beeinflusste. Die Altersversicherung allein reduzierte tendenziell die Eheschließungen, aber die Kranken- und Unfallversicherungskomponenten hatten den gegenteiligen Effekt. Bei Personen, die allen drei Säulen der Sozialversicherung ausgesetzt waren, hoben sich die beiden Effekte gegenseitig auf und der Gesamteffekt auf die Fertilität war schwächer.

JEL-Classification: H55, I13, J11, N13

Keywords: Social insurance; pensions; fertility transition; marriage; Bismarck; Prussia

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