Local Effects of Industrial Complexes
Wir untersuchen die Auswirkungen der südkoreanischen Industriepolitik, die auf den Bau von Industriekomplexen in strukturschwachen Regionen abzielt, auf regionale Arbeitsmärkte. Dazu erstellen wir einen Datensatz zu allen Industriekomplexen, die seit Beginn der Politik in den 1960er Jahren ausgewiesen wurden, und verknüpfen ihn mit administrativen Betriebsdaten. Mithilfe eines stacked Difference-in-Differences-Ansatzes schätzen wir die kausalen Effekte der Ausweisung eines Industriekomplexes auf die lokale Wirtschaft. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Ausweisung eines Industriekomplexes die lokale Beschäftigung zehn Jahre nach der Ausweisung um etwa 15 Prozent erhöht und die industrielle Produktion um rund 40 Prozent steigert. Das Beschäftigungswachstum beschränkt sich dabei nicht auf den geförderten Industriesektor, sondern erstreckt sich auch auf Dienstleistungen und das Baugewerbe, die nicht direkt Ziel der Politik sind. Wir finden außerdem, dass jeder zusätzliche Arbeitsplatz in einem Industriekomplex insgesamt 1,3 bis 1,9 Arbeitsplätze in der lokalen Wirtschaft erzeugt, einschließlich des Arbeitsplatzes im Komplex selbst, wobei die zusätzlichen 0,3 bis 0,9 Arbeitsplätze überwiegend im Dienstleistungssektor entstehen. Knapp drei Viertel der zusätzlichen industriellen Beschäftigung gehen auf die Expansion von Betrieben zurück, die bereits vor dem Bau des Industriekomplexes existierten. Während wir keine Evidenz dafür finden, dass Industriekomplexe die Produktivität industrieller Betriebe erhöhen, steigern sie die Investitionen, was darauf hindeutet, dass die Politik primär Kapitalrestriktionen lockert.