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Wer sich beruflich weiterbildet, übt danach mehr Nichtroutinetätigkeiten aus. Im Zuge der digitalen Revolution könnte das Jobverlusten vorbeugen.

Eine aktuelle RWI-Studie zeigt, dass Beschäftigte nach einer Weiterbildung mehr Tätigkeiten ausüben, die situationsbezogenes Handeln erfordern. Ihre Arbeit kann daher weniger leicht durch Maschinen ersetzt werden. Entscheidend sind dabei die Inhalte der Weiterbildung. Um das Risiko von Jobverlusten zu verringern, sollte die Politik Maßnahmen ergreifen, welche insbesondere die Weiterbildungsbeteiligung von Geringqualifizierten erhöhen.

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Immer wieder heißt es, dass Privatpatientinnen und Privatpatienten in Deutschland schneller einen Arzttermin bekämen als gesetzlich Versicherte. Wissenschaftliche Erkenntnisse gab es dazu bislang jedoch kaum. Eine Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Cornell University bestätigt nun den Verdacht: Im Rahmen eines Feldexperiments fragte eine Testperson Termine bei knapp 1.000 Facharztpraxen in ganz Deutschland an. Das Ergebnis: Die Praxen boten den Privatversicherten mit einer statistisch signifikant höheren Wahrscheinlichkeit einen Termin an. Wenn ein Termin angeboten wurde, mussten gesetzlich Versicherte im Durchschnitt mehr als doppelt so lang darauf warten wie Privatpatienten.

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Sollten Politikerinnen und Politiker Fachleute sein? Diese Frage wird häufig nach Re- gierungsbildungen diskutiert. Welchen Einfluss Fachkompetenz auf die Amtsführung hat, ist allerdings umstritten. Eine Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des ifo Instituts zeigt nun, dass die fachliche Qualifikation von Politikern tatsächlich eine Rolle spielt: So geben Gesundheitsminister, die zuvor als Ärzte tätig waren, mehr Geld für die Krankenhausversorgung aus als ihre Kolleginnen und Kollegen mit anderem beruflichen Hintergrund. Wenn Ärzte Gesundheitsminister werden, erhöhen sich die Kapi- talausstattung und der Personalbestand besonders stark.

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Prognosen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind mit Unsicherheit behaftet und treffen selten exakt ein. Solange keine systematischen Fehler zugrunde liegen, ist dies kein Problem.

Viele Menschen interessieren sich für die künftige Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), der Arbeitslosenzahlen, der Preise oder der Staatsausgaben. Dass Konjunkturprognosen jedoch umstritten sind, liegt auch an einem Missverständnis: Sie können und sollen keine exakte Vorhersage liefern, sondern treffen Aussagen unter Unsicherheit und auf Basis von zahlreichen Annahmen. Die dazu verwendeten Methoden werden regelmäßig überprüft, um systematische Fehler zu vermeiden. Damit bieten die Prognosen Wirtschaft und Politik eine wichtige Entscheidungshilfe.

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RWI-Studie zeigt: Bevölkerung hat differenzierte Meinung zu verkehrspolitischen Maßnahmen.

Laut einer neuen RWI-Studie sorgen sich rund drei Viertel der Befragten, dass der Autoverkehr in Innenstädten bald zum Erliegen kommt. Bei den möglichen Lösungen gehen die Meinungen auseinander: Eine Mehrheit spricht sich für autofreie Busspuren aus, rund die Hälfte befürwortet Fahrverbote für Autos, die Grenzwerte überschreiten. Autofreie Innenstädte und höhere Kosten für das Parken in Städten lehnen die meisten dagegen ab.

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Junge ziehen in die Städte, Alte aufs Land – Binnenmigration verschärft demografische Probleme.

Vor allem junge Leute zwischen 18 und 29 Jahren verlagern ihren Wohnort – und zwar ganz überwiegend in die Städte. Ältere Personen wechseln dagegen deutlich seltener die Region. Sie zieht es tendenziell in ländliche Räume. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Analyse des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Ruhr Universität Bochum. Demnach verschärft die Binnenmigration die demografischen Unterschiede zwischen Stadt und Land. Auch die Faktoren, welche die Ortswahl beeinflussen, unterscheiden sich zwischen den Altersgruppen: Das regionale Lohnniveau und andere Wirtschaftsindikatoren spielen vor allem für junge Menschen eine große Rolle.

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Regionale Unterschiede bei Arztbesuchen: Es liegt an den Patienten.

Deutsche gehen häufiger zum Arzt als die Bürger anderer Industriestaaten. Laut OECD kam jeder Bundesbürger im letzten Jahr durchschnittlich auf zehn Arztbesuche, in Frankreich sind es nur sechs und in Schweden sogar nur drei. Doch auch innerhalb Deutschlands gibt es große Unterschiede: So nehmen Hamburger 30% mehr ambulante Leistungen in Anspruch als Brandenburger. Oft wird dieses Verhalten durch eine Über- oder Unterversorgung in den verschiedenen Regionen begründet. Eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Universität Tilburg zeigt jedoch, dass die Unterschiede hauptsächlich auf Eigenschaften der Patienten zurückzuführen sind – und nicht auf die ärztliche Versorgung.

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Für Gutverdiener ist der Renteneintritt ein Gesundheitsrisiko.

Die Erwerbsbiografie hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie der Renteneintritt die Sterblichkeit beeinflusst. So profitieren Männer aus manuellen Routinejobs davon, mit 63 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Für Männer und Frauen, die aus gut bezahlten Jobs mit 65 Jahren ihr Berufsleben beenden, steigt hingegen die Sterblichkeit kurz nach der Verrentung. Eine Schlüsselrolle für die Sterblichkeitseffekte spielt die Aktivitätsveränderung um den Renteneintritt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Grundlage sind Daten der Deutschen Rentenversicherung zu knapp 800.000 Rentnerinnen und Rentnern der Geburtsjahrgänge 1934 bis 1936.

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Ein in allen Wirtschaftsbereichen gültiger CO2-Preis wäre die effizienteste Maßnahme für einen besseren und sozial ausgewogenen Klimaschutz

Die Politik muss mehr für den Klimaschutz tun – diese Erkenntnis hat sich inzwischen auf breiter Ebene durchgesetzt. Über die verschiedenen Instrumente herrscht aber Uneinigkeit. Die beste Lösung wäre es, neben den bereits im EU-Emissionshandel erfassten Industrie- und Energieunternehmen auch in den anderen Sektoren einen einheitlichen CO2-Preis zu etablieren. Dabei eröffnen Emissionshandelssysteme und CO2-Steuern die gleichen Spielräume für eine sozial ausgewogene Klimapolitik.

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Frauen mit Hochschulabschluss bekommen im Schnitt weniger Kinder als Nicht-Akademikerinnen

Eine aktuelle RWI-Studie legt nahe: Akademikerinnen bringen weniger Nachwuchs zur Welt, weil Kind und Karriere offenbar schwer vereinbar sind – und eher nicht, weil sie grundsätzlich andere Präferenzen haben. Entscheiden sich Frauen mit höherer Bildung dennoch für Nachwuchs, haben sie durchschnittlich sogar mehr Kinder als Mütter ohne Hochschulabschluss. Der Gesetzgeber sollte die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken. Das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit reicht dafür nicht aus.

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