Technological change and returns to training
Der technologische Fortschritt verändert den Arbeitsmarkt in rasantem Tempo. In dieser Studie untersuchen wir, wie das Zusammenspiel neuer Technologien und betrieblicher Weiterbildung mit Löhnen und beruflicher Mobilität zusammenhängt. Das Verständnis dieses Zusammenhangs ist von zentraler Bedeutung, da die Bereitschaft von Individuen, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen, maßgeblich von den erwarteten Erträgen der Weiterbildung abhängt. Wir verwenden deutsche Individual-Paneldaten (N = 44.791) zu Weiterbildungsbeteiligung und der Einführung neuer Technologien am Arbeitsplatz. Zur Analyse schätzen wir Fixed-Effects-Modelle, die unbeobachtete individuelle Merkmale berücksichtigen und zugleich einen umfangreichen Satz sozio-demografischer Kontrollvariablen einbeziehen. Darüber hinaus führen wir Robustheitstests durch, die individuelle zeitspezifische Trends berücksichtigen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnahme an Weiterbildung insgesamt mit höheren Löhnen und größerer Beschäftigungsstabilität verbunden ist. Hingegen lässt sich kein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Einführung neuer Technologien und Löhnen oder beruflicher Mobilität feststellen. Zudem unterscheiden sich Personen, die sowohl neue Technologien erleben als auch an Weiterbildung teilnehmen, hinsichtlich Löhnen oder Beschäftigungsstabilität nicht von jenen, die weder das eine noch das andere erfahren. Die Studie leistet einen Beitrag zur Literatur über die Erträge von Weiterbildung, indem sie Heterogenität in Bezug auf die parallele Einführung neuer Technologien analysiert. Im Gegensatz zu einem Großteil der bisherigen Forschung, die auf branchen- oder berufsspezifischen Maßen technologischer Einführung basiert, verwenden wir individualbezogene Messgrößen. Darüber hinaus sind wir die Ersten, die Lohn- und Mobilitätswirkungen von Weiterbildung in Kombination mit neuer Technologie untersuchen, anstatt Produktivitäts- oder Beschäftigungseffekte zu analysieren.
Klauser, R. und M. Tamm (2026), Technological change and returns to training. International Journal of Manpower, 47, 10, 18-34