Entry Barriers and Business Dynamism: Evidence from Occupational Licensing Reforms
Wir untersuchen, wie sich die berufliche Zulassung auf das Unternehmertum im deutschen Handwerkssektor auswirkt. Wir nutzen zwei aufeinanderfolgende Reformen, die die Zugangsbarrieren für verschiedene Berufe verändert haben: eine Deregulierung im Jahr 2004, durch die die Zulassungsvoraussetzungen gelockert wurden, und eine teilweise Re-Regulierung im Jahr 2020, durch die diese für einen Teilbereich des Handwerks wieder eingeführt wurden. Anhand von administrativen Daten auf Berufs- und Jahresebene und mithilfe von Event-Study-Differenz-in-Differenzen-Modellen zeigen unsee Ergebnisse, dass die Deregulierung von 2004 zu einem starken und anhaltenden Anstieg der Unternehmensgründungen, einem verzögerten Anstieg der Unternehmensschließungen und einem Ansteig des Unternehmensbestands geführt hat. Gleichzeitig ging die Zahl der abgeschlossenen Meisterprüfungen deutlich zurück. Die Re-Regulierung von 2020 kehrte diese Muster um: Die Meisterprüfungen nehmen zu, während die Zahl der Unternehmensgründungen, Unternehmensschließungen und der Unternehmensbestand im Vergleich zu den weiterhin deregulierten Berufen zurückgeht. Insgesamt führen strengere Zugangsvoraussetzungen zu höheren Investitionen in formale Qualifikationen, verringern jedoch die Unternehmensfluktuation und die Marktdynamik.