Direct and Indirect Effects of Cancer Screening Invitations on Participation in Europe: A Quasi-Experimental Analysis
Organisierte Krebsvorsorgeprogramme (OSP) in Europa für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs zielen darauf ab, die Früherkennung zu verbessern und die Sterblichkeit zu senken. Diese Studie misst die Auswirkungen von OSPs auf die Teilnahme und untersucht programmübergreifende Spillover-Effekte, da Frauen häufig zu mehreren Vorsorgeuntersuchungen eingeladen werden. Wir erstellen einen Datensatz auf regionaler Ebene zur Verfügbarkeit von OSPs und führen diesen mit Daten auf individueller Ebene aus der Europäischen Gesundheitsbefragung (EHIS) zusammen, die 122.000 Frauen in 27 Ländern umfasst. Wir nutzen regionenübergreifende und altersbedingte Unterschiede in der Teilnahmeberechtigung und verwenden ein quasi-experimentelles Differenz-in-Differenzen-Modell, um die kausalen Auswirkungen von OSPs zu messen. OSPs erhöhen die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen erheblich: Die Mammographie steigt um 33,20 Prozentpunkte (pp) (95 % KI: 24,56–41,85), die Fäkalbluttests (FOBT) um 19,41 pp (95 % KI: 13,95–24,88) und die Pap-Tests um 9,33 pp (95 % KI: 5,26–13,41). Positive Spillover-Effekte treten auf, wenn Frauen zu zwei Vorsorgeuntersuchungen eingeladen werden (10 pp (95 % KI: 4,81–15,20) für Mammographien, 3,35 pp (95 % KI: 0,56–6,15) für Pap-Tests, 7,44 pp (95 % KI: 2,34–12,55) für den FOBT). Eine gleichzeitige Einladung zu drei Krebsfrüherkennungsprogrammen führt hingegen zu keinen zusätzlichen statistisch signifikanten Effekten. Diese Ergebnisse unterstreichen den starken Einfluss von OSPs auf die Teilnahme und den Wert koordinierter Screening- und Kommunikationsstrategien, während Europa das organisierte Screening auf neue Krebsarten ausweitet.