Life-cycle health effects of compulsory schooling
Wir untersuchen den Einfluss von Bildung auf Gesundheit, gemessen anhand von Krankenhausaufenthalten, der Anzahl diagnostizierter Erkrankungen, selbsteingeschätzter Gesundheit sowie des Body-Mass-Index, über den Lebenszyklus hinweg. Dabei nutzen wir Reformen der Mindestschulzeit in Deutschland als Quelle exogener Variation des Bildungsniveaus. Unsere Ergebnisse zeigen zunächst eine klare Korrelation zwischen Bildungsniveau und besserer Gesundheit in allen Altersgruppen (30 bis 74 Jahre). Wir finden jedoch keinen kausalen Effekt zusätzlicher Schulbildung auf die Gesundheit oder die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, weder in jüngeren noch in späteren Lebensjahren. Eine simulierte Ex-post-Power-Analyse zeigt, dass dies nicht auf mangelnde statistische Power zurückzuführen ist. Ein möglicher Grund für fehlende Effekte könnte sein, dass die untersuchten Reformen zwar zu einer Erhöhung des Bildungsniveaus in der Zielgruppe, d. h. bei Personen mit dem niedrigsten Bildungsniveau, geführt haben, jedoch nicht zu gesünderen Beschäftigungsmöglichkeiten.
Hollenbach, J., H. Schmitz und B. Baaba Tawiah (2026), Life-cycle health effects of compulsory schooling. European Journal of Health Economics (forthcoming)