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Ruhr Economic Papers #1196

Community-Oriented Urban Policy and Local Earnings – A Complicated Relationship

Die regionalökonomische Literatur legt nahe, dass ein regionaler Wirtschaftsaufschwung mit örtlichen Lohnsteigerungen verbunden ist. Im Kontext der Stadterneuerung zielen lokale Fördermaßnahmen darauf ab, den Wohlstand der Wohnbevölkerung in benachteiligten Stadtvierteln zu verbessern. Aufgrund einer wachsenden Präferenz der Haushalte für eine zentrale Wohnlage kann diese Politik jedoch eine Gentrifizierung herbeiführen bzw. verstärken, wenn Außenstehende von neuen Arbeitsplätzen und einem verbesserten Wohnumfeld angezogen werden. Am Fallbeispiel Deutschland untersucht die Studie, ob im Zuge von Stadterneuerungsmaßnahmen in den vergangenen beiden Jahrzehnten Änderungen der Haushaltsstruktur und des lokalen Haushaltseinkommens in den Fördergebieten eingetreten sind. Die Analyse zeigt, dass kein nennenswerter Wandel der Haushaltsstruktur aufgetreten ist, der auf eine Gentrifizierung hindeuten würde. Mit Blick auf die Entwicklung der Einkommen in den vergangenen zehn Jahren wird festgestellt, dass lokale Haushalte mit mittlerem oder höherem Einkommen in den Programmgebieten mit dem allgemeinen Einkommenswachstum Schritt gehalten haben, während Haushalte mit niedrigem Einkommen kein Wachstum verzeichneten, damit aber offenbar etwas besser abschnitten als ihre Pendants in anderen Gebieten. Eine moderate Finanzierung der Stadterneuerung in Kombination mit der Unterstützung des lokalen Gemeinwesens kann zwar keinen bemerkenswerten Aufschwung bewirken, aber sie kann zu Verbesserungen für die Wohnbevölkerung führen, ohne dabei eine zur Verdrängung ärmerer Haushalte führende Gentrifizierung zu beschleunigen.

ISBN: 978-3-96973-381-3

JEL-Klassifikation: C21, C23, O18, R23, R31, R58

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