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Ruhr Economic Papers #1197

2026

Anna Krumme, Matthias Westphal

Is Academic-Track Schooling Worthwhile Without College? Decomposing Monetary Returns to Education

Diese Studie untersucht monetäre Bildungsrenditen des Abiturs sowie deren Zusammenspiel mit einem anschließenden Universitätsabschluss für Männer in Westdeutschland. Auf Grundlage von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) und selbst erhobenen Informationen zu Schul- und Universitätsgründungen während der Bildungsexpansion wird ein kausaler Mediationsansatz angewendet. Dadurch lassen sich sowohl Endogenität in der Wahl des Schulzweigs und beim Hochschulzugang als auch unbeobachtete Heterogenität der Bildungseffekte gleichzeitig berücksichtigen. Mit diesem Papier schließen wir eine Lücke zwischen bisher getrennten Befunden zu unterschiedlichen Bildungsniveaus und liefern neue kausale Evidenz für das Zusammenspiel von Sekundar- und Tertiärbildung im deutschen Bildungssystem. Im Durchschnitt verzeichnen sogenannte Complier – also Personen, deren Bildungsweg durch den Zugang zu einem Gymnasium beeinflusst wurde – Einkommenszuwächse von rund 118 %. Der Erwerb des Abiturs erhöht dabei die Wahrscheinlichkeit eines Universitätsabschlusses um 37 Prozentpunkte. Der indirekte Effekt über das Studium erklärt etwa 60 Prozentpunkte der Gesamtrendite und ist auf dem 5 %-Niveau statistisch signifikant. Der direkte Effekt des Abiturs ohne Universitätsabschluss macht die verbleibenden 40 Prozentpunkte aus, ist weniger präzise geschätzt, bleibt aber ökonomisch bedeutsam. Insgesamt verdeutlicht die Studie damit, dass das Abitur nicht nur eigenständig zur Einkommensentwicklung beiträgt, sondern vor allem in Verbindung mit zusätzlicher tertiärer Bildung auf das spätere Einkommen wirkt.

ISBN: 978-3-96973-382-0

JEL-Klassifikation: I26, C26, J24

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