A desigualdade econômica impulsiona a polarização política? Uma revisão de escopo de teorias concorrentes
Does Economic Inequality Drive Political Polarization? A Scoping Review of Competing Theories
Einleitung: Wirtschaftliche Ungleichheit und politische Polarisierung sind zu zentralen Phänomenen in modernen Demokratien geworden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Literatur zu einer einflussreichen Theorie, die besagt, dass zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit die politische Polarisierung vorantreibt. Ziel ist es, die Robustheit und die Grenzen dieser theoretischen Annahme durch eine Analyse von 28 empirischen Studien, die zwischen 2006 und 2023 veröffentlicht wurden, zu bewerten. Materialien und Methoden: Wir haben eine Scoping-Review von empirischen Artikeln durchgeführt, die in peer-reviewed Zeitschriften veröffentlicht wurden, wobei Arbeitspapiere und theoretische Essays ausgeschlossen wurden. Die Suchen wurden in Google Scholar und Crossref über Publish or Perish durchgeführt, unter Verwendung der Begriffe „inequality“ (Ungleichheit), „polarization“ (Polarisierung), „political polarization“ (politische Polarisierung) und „affective polarization“ (affektive Polarisierung) in Englisch, Portugiesisch und Spanisch. Es wurden 28 Studien ausgewählt, die die empirische Beziehung zwischen Ungleichheit und Polarisierung untersuchten. Alle verwendeten quantitative Methoden, überwiegend Zeitreihen-Querschnitts-Designs (TSCS). Ergebnisse: Die Literatur lässt sich in drei Hauptstränge der Erklärung einordnen. Die Theorie des Medianwählers (MVP) besagt, dass Ungleichheit die Nachfrage nach Umverteilung erhöht, wodurch linke Parteien radikalisiert werden und eine Reaktion von rechts provoziert wird. Die Theorie der wirtschaftlichen Deprivation (EDT) argumentiert, dass marginalisierte Sektoren, die über den relativen Einkommensverlust verärgert sind, zu radikalen rechten Parteien neigen. Eine dritte Perspektive schlägt eine negative Beziehung vor, bei der Ungleichheit die Polarisierung reduziert, indem sie die politische Teilnahme unterdrückt oder Koalitionen fragmentiert. Positive Assoziationen überwiegen (etwa 60%), obwohl nicht unerhebliche, aber nicht schlüssige oder substanzielle negative Ergebnisse ebenfalls vorhanden sind. Unabhängig von der theoretischen Ausrichtung identifizieren die Studien konsequent einkommensschwache, marginalisierte oder weniger gebildete Wähler als Schlüsselfiguren in der Polarisierung. Die Hauptdivergenz besteht darin, wie diese Gruppen reagieren: Mobilisierung nach links (MVP) oder nach rechts (EDT). Die Forschung konzentriert sich stark auf die Vereinigten Staaten und andere wohlhabende Demokratien (79%), mit fast keinen Studien zu neueren Demokratien oder Lateinamerika. Diskussion: Das Fehlen von Konsistenz bei der Definition und Messung von Polarisierung und Ungleichheit erschwert es, robuste Schlussfolgerungen zu ziehen. Disaggregierte Indikatoren bieten größere Präzision, jedoch führen nur fünf Studien Robustheitsprüfungen durch. Im Gegensatz dazu beschränken aggregierte Messgrößen wie der Gini-Koeffizient die Überprüfung gruppenspezifischer Theorien. Theoretisch herrscht breite Übereinstimmung über die führende Rolle marginalisierter Gruppen in der Polarisierung. Die Theorie der wirtschaftlichen Deprivation bietet die überzeugendste Erklärung für den aktuellen Aufstieg der rechtsextremen Bewegung. Dennoch bleiben kritische Lücken: (i) Die Mechanismen, die marginalisierte Gruppen zu unterschiedlichen politischen Polen führen, sind noch unklar; (ii) qualitative Methoden fehlen weitgehend; und (iii) Forschung zu lateinamerikanischen Demokratien ist rar, wo diese Dynamiken möglicherweise anders wirken, und es gibt nur wenige Studien zur affektiven Polarisierung.
Barbosa, P. und A. Guerriero (2025), A desigualdade econômica impulsiona a polarização política? Uma revisão de escopo de teorias concorrentes: Does Economic Inequality Drive Political Polarization? A Scoping Review of Competing Theories. Revista de Sociologia e Política, 33, e011