Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #925

Accounting for Inequality Aversion Can Justify the 2° C Goal

von Marco Rogna und Carla Vogt

RWI, 10/2021, 34 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-96973-082-9 DOI: 10.4419/96973082

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Zusammenfassung

Wir führen Ungleichheitsaversion im Sinne von Fehr und Schmidt (1999) in das RICE Modell von Nordhaus ein. Länder bzw. Regionen des Modells können durch Aversion gegen unvorteilhafte oder auch vorteilhafte Ungleichheit motiviert sein. Zur empirischen Abschätzung der Parameter der Fehr-Schmidt-Nutzenfunktion wird eine Beziehung zum empirisch gut untersuchten Konzept der Elastizität des Grenznutzens hergestellt. Es zeigt sich, dass die Aversion gegen unvorteilhafte Ungleichheit sich invers zum Pro-Kopf-Einkommen verhält, d.h. ärmere Akteure sind durch stärkere Grade der Aversion charakterisiert. Die Simulation des Modells ergibt einen optimalen Temperaturanstieg im Jahr 2100 von 2,1° Celsius im Vergleich zu 2,7 ° Celsius, die sich im Baseline unter der Annahme von Standardpräferenzen ergeben. Unsere Studie ist daher in der Lage, eine ökonomische Begründung für das Zwei-Grad Ziel des Paris Abkommens zu geben, auch wenn alle übrigen Bedingungen des Nordhaus-Modells, insbesondere die Diskontierungsrate sowie die Grenzschadensfunktion, konstant gehalten werden. Darüber hinaus zeigt sich im Optimalszenario eine weitaus stärkere Differenzierung der Vermeidungslasten: Reiche Länder müssen deutlich mehr vermeiden relativ zum Baseline-Modell, ärmere Länder deutlich weniger. Die Studie untersucht auch die Frage stabiler Koalitionen. Es zeigt sich, dass heterogene Ungleichheitsaversion zu signifikant mehr freiwilliger Kooperation im Klimaschutz führt. Allerdings kann auch im besten Fall eine Sieben-Länder-Koalition den Temperaturanstieg auf lediglich drei Grad begrenzen.

JEL-Classification: C72, D63, Q54

Keywords: Abatement; climate policy; inequality aversion; Paris agreement; RICE model

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