Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #894

Dissimilarity Effects on House Prices: What Is the Value of Similar Neighbours?

von Said Benjamin Bonakdar und Michael W.M. Roos

RUB, 01/2021, 35 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-96973-034-8 DOI: 10.4419/96973034

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Zusammenfassung

Die Wahl des Wohnortes hängt nicht nur von den Eigenschaften der Wohneinheit, der Nahversorgung innerhalb der Nachbarschaft oder der Zahlungsfähigkeit ab, sondern wird auch von der Bevölkerungszusammensetzung innerhalb der Nachbarschaft beeinflusst. All diese Attribute werden entsprechend im jeweiligen Hauspreis kapitalisiert. Empirisch gesehen ist es nicht trivial, den Effekt der Nachbarschaft auf die Hauspreise von den Effekten der Wohneigenschaften zu entkoppeln. Aus diesem Grund implementieren wir ein agentenbasiertes Modell eines städtischen Immobilienmarktes, das es uns erlaubt, die Interaktion zwischen der Wohnortswahl, der Bevölkerungszusammensetzung in einer Nachbarschaft und den Hauspreisen zu analysieren.
Die Agenten unterscheiden sich in Bezug auf Bildung, Einkommen und Gruppenzugehörigkeit (Mehrheit vs. Minderheit). Die Ergebnisse zeigen, dass die "falsche" Nachbarschaft zu einer durchschnittlichen Hauspreisabwertung von bis zu 13.500 Geldeinheiten oder 7,1 Prozent führen kann. Während reiche Agenten es sich leisten können, in bevorzugte Gegenden umzuziehen, bleibt die Option des Umzugs aufgrund von fehlender Zahlungsfähigkeit etwa 13,01% der armen Minderheits- und 8,02% der armen Mehrheitsagenten verwehrt. Durch die Einführung einer Politik, die Agenten mehr Zugang zu Krediten bietet, stellen wir fest, dass alle Bevölkerungsgruppen einen höheren Zufriedenheitsgrad erreichen, wobei arme Agenten die größten Verbesserungen aufzeigen. Über alle Bevölkerungsgruppen hinweg steigt das allgemeine Zufriedenheitsniveau. Allerdings bewirkt der zusätzliche Kreditzugang auch eine Erhöhung der Hauspreise und führt infolgedessen zu einer höheren Vermögensungleichheit innerhalb der Stadt. Wenn Agenten eher eine Nachbarschaftspräferenz für Status als für Ähnlichkeit haben, ist der Effekt der allgemeinen Ungleichheit geringer, da Agenten zufriedener werden, wenn sie in Gebieten mit weniger ähnlichen Agenten leben.

JEL-Classification: C63, R21, R23, R32

Keywords: Agent-based modelling; residential choice; housing demand; neighbourhood characteristics; house prices

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