Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #849

Are Doctors Better Health Ministers?

von Adam Pilny und Felix Roesel

RWI, 05/2020, 54 S./p., 10 Euro, ISBN 978-3-86788-984-1 DOI: 10.4419/86788984

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Zusammenfassung

Die Ernennung von Fachleuten zu politischen Amtsträgern ist ein zweischneidiges Schwert. Experten können ihr fachliches Wissen zur Umsetzung von Reformen nutzen, aber sie können auch ihre eigene Profession begünstigen. In dieser Studie vergleichen wir ärztlich ausgebildete Gesundheitsminister der Bundesländer mit Gesundheitsministern anderer Berufe, die im Zeitraum vom 1955 bis 2017 im Amt waren. Die Gesundheitsminister der Länder haben einen erheblichen Spielraum, die Kapazitäten, das Kapital und die Infrastruktur der Krankenhäuser im eigenen Bundesland zu beeinflussen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass ärztlich ausgebildete Gesundheitsminister die Krankenhauskapazitäten und die Kapitalausstattung der Krankenhäuser erhöhen. Dies veranlasst die Krankenhäuser, mehr Ärzte einzustellen, aber mit geringen Auswirkungen auf die Fallzahl der Krankenhäuser. Infolgedessen verlangsamt sich das Wachstum der totalen Faktorproduktivität (TFP) in der Krankenhausversorgung unter den ärztlich ausgebildeten Ministern erheblich. Zugleich tendiert die Arbeitszufriedenheit der Krankenhausärzte sich zu erhöhen. Wir kommen zu dem Schluss, dass vor allem die Ärzteschaft von den im Amt befindlichen Ärzten profitiert.

JEL-Classification: D72, I11, I18, O47

Keywords: Hospitals; health minister; productivity; TFP; favoritism; profession; technocracy

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