Projekt: New Economy – eine Bestandsaufnahme aus deutscher Sicht

Projektlaufzeit

02/2001 - 07/2002 (abgeschlossen)

Projektfinanzierung

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Projektteam (RWI)

Dr. Jochen Dehio, Prof. Dr. Roland Döhrn, Rainer Graskamp, Klaus Löbbe (Leitung), Dr. Hans-Dietrich von Löffelholz, Dr. Waike Moos, Dr. Michael Rothgang

Kooperation

Prof. Robert J. Gordon, Northwestern University

Konsortialführer

RWI

Zusammenfassung

Das Phänomen New Economy wird seit Mitte der 1990er Jahre sowohl in den Wirtschaftswissenschaften als auch im politischen Bereich intensiv diskutiert. Dem Begriff liegt die Annahme zugrunde, dass es durch den Einsatz neuer Technologien zu einer Beschleunigung des technischen Fortschritts kommt, die Preissteigerung aufgrund der damit verbundenen Produktivitätssteigerungen gleichzeitig aber relativ moderat bleibt, sodass daraus eine Erhöhung der realen Wertschöpfung folgt. Vor diesem Hintergrund wurde das RWI mit der Untersuchung der Entwicklungstendenzen der Produktion und Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und der davon ausgehenden gesamtwirtschaftlichen Wirkungen in Deutschland im Vergleich zu denen in den USA beauftragt. Ferner sollten der Einfluss hedonischer Preisindizes – mit deren Hilfe in den USA Qualitätseffekte von IKT-Gütern berücksichtigt werden – und der Effekt der in Deutschland verwendeten Qualitätsbereinigungsverfahren auf die statistisch ausgewiesene Produktivität untersucht werden. Schließlich waren die Rolle von E-Business bzw. E-Commerce zu analysieren. Die Ergebnisse einer Growth-Accounting–Untersuchung liefern einige Hinweise auf die Existenz einer sog. New Economy. Dies konnte insbesondere für die USA gezeigt werden, wo sowohl die direkten Wachstumseffekte durch die Produktion von IKT-Gütern als auch die indirekten Effekte durch deren Nutzung in den 1990er Jahren deutlich über denen in Deutschland lagen. Den empirischen Analysen zufolge kann im Übrigen – entgegen der häufig vorgebrachten Vermutung – nur ein geringer Teil der in den 1990er Jahren zu beobachtenden Wachstumsdifferenz zwischen den USA und Deutschland mit unterschiedlichen Methoden der Preisbereinigung erklärt werden. Auch die verstärkte Einführung des E-Commerce könnte für die Produktivität eine wichtige Rolle spielen. Dies setzt jedoch u.a. voraus, dass es gelingt, umfassende E-Business-Anwendungen in bereits vorhandene IT-Systeme zu integrieren und Rechtssicherheit beim weltweiten Handel über das Internet zu schaffen. Durch E-Commerce lassen sich die Wachstumsraten allerdings nicht dauerhaft auf ein höheres Niveau bringen. Auf Dauer kann Wachstum nur durch eine konsequente Nutzung des technischen Fortschritts und eine kontinuierliche Induzierung von Innovationen generiert werden.

Ausgewählte projektbezogene Publikationen

Artikel in referierten Zeitschriften

2003

Scheuer, M., J. Dehio, R. Graskamp und M. Rothgang (2003), Allemagne, pénurie de spécialistes en nouvelles technologies: la nécessaire réforme de la formation professionnelle. Formation Emploi (82): 33-46.

Artikel in sonstigen Zeitschriften

2002

Dehio, J. und R. Graskamp (2002), Perspektiven der Internet-Wirtschaft. RWI Mitteilungen (53): 41-64.

Beiträge zu Sammelbänden

2007

Dehio, J. und R. Graskamp (2007), ICTs and Growth Potential. In: B. Anderson, M. Brynin, J. Gershuny, and Y. Raban (Hrsg.), Information and Communications Technologies in Society – E-living in a Digital Europe. London, New York: Routledge. 189-197

RWI Projektberichte

2002

RWI (2002), New Economy – eine Bestandsaufnahme aus deutscher Sicht. Projektbericht download

RWI (2002), New Economy – eine Bestandsaufnahme aus deutscher Sicht – Kurzfassung. Projektbericht download

RWI (2002), New Economy – an Assessment from a German Viewpoint – Executive Summary. Projektbericht download

Monographie (Autorenschaft)

2003

Dehio, J., R. Döhrn, R. Graskamp, K. Löbbe, H. D. von Loeffelholz , W. Moos und M. Rothgang (2003), New Economy - The German Perspective. RWI Schriften 70. Berlin: Duncker & Humblot.

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