Unstatistik des Monats

Archiv

28.09.2012

Gen-Mais tötet

Die Unstatistik des Monats September ist die Meldung, dass genmodifizierter Mais Krebs erzeugen soll. Ein Wissenschaftlerteam um den Franzosen Gilles-Eric Séralini hatte berichtet, dass bei Ratten, die über einen längeren Zeitraum mit genmodifiziertem Mais gefüttert worden waren, schwere gesundheitliche Schäden aufgetreten sind. Insbesondere starben diese Ratten häufiger als andere an Krebs. Damit sei die genetische Modifikation des Futters als Verursacher von Krebs identifiziert Mehr

31.08.2012

Dick macht doof und depressiv

Die Unstatistik des Monats August sind Meldungen in deutschen Medien zu ursächlichen Zusammenhängen von Essgewohnheiten, Depressionen, Intelligenz, Körpergewicht und Schulbesuch. So meldete die „Apotheken-Umschau“ Anfang des Monats, der übermäßige Konsum von Fast-Food löse Depressionen aus. Dabei fasste sie eine spanische Studie zusammen, die zwischen dem Verzehr von Industriebackwaren und Fast Food auf der einen und der Häufigkeit von Depressionen auf der anderen Seite einen positiven Zusammenhang festgestellt hatte. Mehr

27.07.2012

Keine Angst vor Cholera

Horrormeldungen wie „Cholera kann über Ostsee nach Deutschland kommen“ (Die Welt) „Gefährliche Keime in der Ostsee“ (Frankfurter Rundschau) oder „Klimawandel: Gefährliche Keime breiten sich in Ostsee aus“ (Hamburger Abendblatt) haben Ende des Monats deutsche Zeitungsleser erschreckt. Eine Studie in einer medizinischen Fachzeitschrift hat einen positiven Zusammenhang zwischen der Erwärmung der Ostsee und dem Vorkommen des Bakteriums Vibrio gefunden, das unter anderem auch Cholera erzeugt. Wie die Autoren selbst anmerken, kann diese Korrelation auf einer Vielzahl anderer Ursachen beruhen, wie z.B. einem verbesserten Meldesystem für Cholera. Mehr

29.06.2012

VCD-„Städtecheck“ liefert falsche Zahlen zur Verkehrssicherheit

Die Unstatistik des Monats Juni ist der „Städtecheck 2012“ des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Hier teilt der VCD 76 deutsche Großstädte je nach der Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche in unterschiedliche Gefährdungsklassen ein. Dazu werden die Veränderungsraten der Verkehrsunfälle der vergangenen fünf Jahre arithmetisch gemittelt. Diese Vorgehensweise ist irreführend und wissenschaftlich nicht zulässig. Mehr

01.06.2012

Die verlorenen Mädchen von Gorleben

Die Unstatistik des Monats Mai sind die „verlorenen Mädchen von Gorleben“. Anfang des Monats haben vermeintliche Defizite von Mädchengeburten rund um deutsche Atomanlagen die Medien bewegt. Besonders in der Nähe des Atomzwischenlagers Gorleben sei das Jungen-Mädchen-Verhältnis mit 109 zu 100 deutlich gestört. Eine Arbeitsgruppe um den Münchner Epidemiologen Hagen Scherb behauptet, daran sei die von diesen Atomanlagen ausgehende Strahlenbelastung schuld. Diese Behauptung wird durch die Fakten nicht belegt. Mehr

03.05.2012

Schokolade macht dünn

Die Unstatistik des Monats April ist die Meldung „Schokolade macht dünn“. So oder ähnlich überschrieben verschiedene deutsche Tageszeitungen und Wochenmagazine zur Monatswende Berichte über eine einschlägige Studie der Universität von Kalifornien in San Diego/USA. Darin hatten Forscher eine negative Korrelation zwischen der Häufigkeit des Schokoladenkonsums und dem sogenanten Body-Mass-Index (BMI) entdeckt. Mehr

03.04.2012

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern?

Die Unstatistik des Monats März heißt 23%. So hoch ist der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern, der im Umfeld des Equal Pay Day eine hohe mediale Aufmerksamkeit erfahren hat und selbst im Bundestag Gegenstand einer Debatte war. Dieses durchschnittliche Lohndifferential enthält jedoch keinerlei Information darüber, ob bei der Entlohnung Frauen und Männer wirklich ungleich behandelt werden. Dies liegt darin begründet, dass mit dem durchschnittlichen Lohndifferential „Äpfel mit Birnen“ verglichen werden. Mehr

05.03.2012

Pünktliche Bahn?

Die Unstatistik des Monats Februar sind die Pünktlichkeitszahlen der Deutschen Bahn AG. Diese hat im Rahmen einer „Transparenzoffensive“ in ihrem Internetportal für den Monat Januar 2012 ein Pünktlichkeitsmaß von 96,5% publiziert. Mehr

09.02.2012

Missverständliche Zahlen bei der Hähnchenmast

Die Unstatistik des Monats Januar ist 96,4%. Diese Zahl verbreitete das Umweltministerium NRW am 20. Januar 2012 in einer Pressemitteilung; so viele Hähnchen der untersuchten Mäster aus NRW sollen nach Angaben von NRW-Umweltminister Remmel mit Antibiotika behandelt werden oder worden sein. Mehr

23.01.2012

Das Ruhrgebiet als Armenhaus

Der erste Stein des Anstoßes der neu gegründeten Aktion ist der im Dezember vorgestellte „Armutsbericht 2011“ des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Daraufhin wurde in vielen deutschen Medien das Ruhrgebiet als neues Armenhaus der Republik identifiziert. So wäre z.B. die Armutsgefährdungsquote in Dortmund zwischen 2005 und 2010 von 18,6 auf 23 Prozent angestiegen, verglichen mit 14,5 Prozent in Gesamtdeutschland. Aber auch landesweit ginge der wirtschaftliche Aufschwung an den Armen vorbei. Mehr

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