Unstatistik des Monats

Hintergrund

Der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Bochumer Ökonom Thomas Bauer und der Dortmunder Statistiker Walter Krämer haben im Jahr 2012 die Aktion „Unstatistik des Monats“ ins Leben gerufen. Sie hinterfragen jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Die Aktion will so dazu beitragen, mit Daten und Fakten vernünftig umzugehen, in Zahlen gefasste Abbilder der Wirklichkeit korrekt zu interpretieren und eine immer komplexere Welt und Umwelt sinnvoller zu beschreiben.

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Das Buch zur Unstatistik

216 S., zahlreiche Tabellen und Grafiken, Klappenbroschur
EUR 16,99/EUA 17,50/sFr 24,90
ISBN 978-3-593-50030-0

Aktuelle Unstatistiken

30.08.2018

0,5 Prozent erhöhtes Gesundheits-Risiko bei einem Drink pro Tag

Die Unstatistik des Monats August ist eine Analyse der Fachzeitschrift „Lancet“ von 83 Studien mit insgesamt etwa 600.000 Menschen über die Auswirkung von Alkohol. Ein Ergebnis dieser Studie wurde in den Medien, unter anderem im Deutschlandfunk und bei stern.de, besonders hervorgehoben: Ein einziger „Drink“ pro Tag erhöht das Risiko, eines von 23 alkohol-bezogenen Gesundheitsproblemen zu bekommen, um 0,5 Prozent. Ein Drink sind 10 Gramm Alkohol, also etwa ein Viertelliter Bier oder ein Achtel Wein. In den Medien wurde davon gesprochen, dass der Satz „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“ nun endgültig widerlegt sei und man jetzt über absolute Abstinenz und höhere Besteuerung reden müsse. Mehr

30.07.2018

Kaputter Mietmarkt?

Die Unstatistik des Monats Juli stammt von der Süddeutschen Zeitung. Unter der Überschrift „Deutschlands Mietmarkt ist kaputt“ beklagt das Blatt in seiner Ausgabe vom 16. Juli das nach ihrer Meinung unsozial hohe Niveau der Mieten in vielen deutschen Großstädten. Basis ist eine Stichprobe von 57.000 Personen, die an einer Umfrage der Zeitung teilgenommen hatten; 3.000 davon haben ihre persönliche Geschichte mitgeteilt. Mehr

28.06.2018

Trumpeske Statistik?

Die Unstatistik des Monats stammt diesmal vom amerikanischen Präsidenten, der Mitte dieses Monats twitterte, in Deutschland sei infolge der Zuwanderung die Kriminalität um zehn Prozent angestiegen. Die deutsche Regierung würde diesen Anstieg jedoch absichtlich verschleiern. Mehr

30.05.2018

Computerfehler führte zum Tod von 270 Frauen

Zwischen 2009 und 2018 führte ein Fehler in einem Computer-Algorithmus dazu, dass in Großbritannien rund 450.000 Frauen im Alter von etwa 70 die Einladung zum letzten Mammographie-Screening nicht erhielten. Dadurch könnte möglicherweise das Leben von 135 bis 270 Frauen verkürzt worden sein, erklärte der britische Gesundheitsminister Jeremy Hunt vor dem Parlament. Das Nachrichtenportal RT Deutsch berichtete daraufhin, dass „135 bis 270 Frauen unerkannt an Brustkrebs gestorben“ sein könnten und das Online-Portal des österreichischen Frauen-Lifestyle-Magazins „WIENERIN“ schrieb: „Das könnte 270 Frauen das Leben gekostet haben.“ Mehr

Kontakt

Prof. Dr. Thomas K. Bauer
RWI-Vizepräsident
Tel.: (0201) 8149-264

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer
Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Tel.: (030) 82406-0

Prof. Dr. Walter Krämer
TU Dortmund
Fakultät Statistik
Tel.: (0231) 755-3125

Unstatistik-Archiv

Informationen zum FDZ Ruhr am RWI

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