RWI Positionen

RWI Positionen 76

Corona-Krisenmanagement im Gesundheitswesen

von Boris Augurzky und Christoph M. Schmidt

03/2020, 11 S./p., 8 Euro

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Zusammenfassung

Die industrialisierte Welt erlebt zurzeit aufgrund der von SARS-CoV-2 („Corona-Virus“) ausgelösten Pandemie eine einmalige Krisensituation. Die vorliegende RWI Position stellt sieben Empfehlungen für eine Strategie zum Umgang mit der akuten Herausforderung im Gesundheitswesen auf. Ihre Eckpunkte sind:
I. Bedarfsdämpfung: Um Behandlungskapazitäten nicht rapide zu überlasten, sollten zielgerichtet eingesetzte Maßnahmen die Verbreitung des Virus verlangsamen. Schwer- punkt ist dabei die Unterstützung und Abschottung von Risikopatienten.
II. Kapazitätsausweitung: Auf der Angebotsseite muss die schnelle Beschaffung und Organisation von zusätzlichen Behandlungskapazitäten – Betten, Geräte, Personal – die höchste Priorität haben. Zudem sollten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass bei krisenhafter Zuspitzung mittelschwere Verläufe möglichst außerhalb von Kran- kenhäusern behandelt werden können. Dies gelänge durch die Einrichtung koordinierter Gerätepools sowie die fachliche Einweisung oder Online-Unterstützung von freiwilligen Helfern wie Angehörigen oder Nachbarn.
III. Kapazitätsauslastung: Vorhandene Kapazität darf im Bedarfsfall nicht brachliegen. Daher sollten bürokratische Vorgaben befristet ausgesetzt, die Erstattung von Erlösaus- fällen zugesagt und den Krankenhäusern Anreize gesetzt werden, die Verweildauer der COVID-Patienten möglichst gering zu halten.

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