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RWI Materialien 13

Das Krankenhaus, Basel II und der Investitionsstau

von Boris Augurzky, Sebastian Krolop, Andreas Liehr-Griem, Christoph M. Schmidt und Stefan Terkatz

RWI, 05/2004, 35 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-936454-28-4

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Zusammenfassung

Die vorliegende Studie untersucht die zukünftige Entwicklung der Finanzierungskosten von Krankenhäusern vor dem Hintergrund (i) des anhaltenden Rückzugs der öffentlichen Hand aus der Finanzierung von Investitionen und des dadurch entstandenen Investitionsstaus und (ii) der von Banken im Gefolge von Basel II verstärkt geforderten Risiko sensitiven Zinsmargen.
Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf dem Kreditbedarf, der entsteht, um den Herausforderungen im Krankenhaussektor gerecht werden zu können. Statistische Grundlage bilden öffentlich vorliegende Geschäftsberichte. Substanzielle Unterschiede in den Bilanzen und den Gewinn- und Verlustrechnungen erfordern für die Analyse eine Unterteilung der Krankenhäuser in "private" und "nicht-private".
Wir kommen zu dem Ergebnis, dass sich das derzeitige Kreditvolumen (ohne KHG-Fördermittel) auf etwa 10 Mrd. Euro beläuft und die jährlichen Finanzierungskosten auf ca. 500 Mill. Euro. Vor dem Hintergrund der schlechten wirtschaftlichen Situation vieler Krankenhäuser und des wachsenden Wettbewerbsdrucks mit der Einführung des neuen Abrechnungssystems (DRG Fallpauschalen) seit Januar 2004 erwarten wir höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten - vor allem bei öffentlichen Krankenhäusern, für die die bürgenden Kommunen aus eigener finanzieller Schwäche immer weniger die Haftung übernehmen können. Bis 2010 dürfte die Anzahl der Krankenhäuser von heute über 2 200 auf etwa 1 900 zurückgehen.
Mittelfristig erwarten wir daher im Gefolge von Basel II höhere Risikomargen im Krankenhaussektor, die zu etwa 170 Mill. Euro Mehrkosten führen dürften. Ferner gehen wir davon aus, dass die steigende Wettbewerbsintensität den Druck zum Abbau des Investitionsstaus erhöht, gleichzeitig aber der Rückzug der öffentlichen Hand aus der Investitionsfinanzierung anhält. Dies führt zu rund 1,36 Mrd. Euro zusätzlichen Finanzierungskosten, sodass insgesamt 1,53 Mrd. Euro Zusatz- bzw. 2 Mrd. Euro Gesamtkosten entstehen.

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