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RWI Materialien 132

Diskussionspapier: Zur Aussagekraft der VGR der Länder – Revisionspraxis und Verbesserungsvorschläge

von Roland Döhrn

09/2019, 39 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-954-4

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Zusammenfassung

Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) der Länder werden oft als Erfolgsnachweis
der Wirtschaftspolitik eines Bundeslandes verwendet. Allerdings werden die Angaben im Laufe der Zeit erheblich revidiert. Dadurch ändert sich die Positionierung der Länder in einer „Wachstumsrangliste“ im Laufe der Zeit erheblich. Der vorliegende Beitrag analysiert Revisionen der VGR der Länder. Er zeigt, dass die Angaben zum BIP kräftiger revidiert werden als die zum Arbeitsmarkt, so dass die daraus abgeleitete Produktivität im Zuge des Revisionsprozesses stark variiert. Überraschend sind die kräftigen Revisionen der Deflatoren, da auf der Ebene der Wirtschaftsbereiche für alle Länder einheitliche Preisindizes verwendet werden. Besonders ausgeprägt sind die Revisionen aller Größen beim Baugewerbe. Eine Plausibilisierung der Angaben der VGR der Länder mit Hilfe von Länderergebnissen der Konjunkturumfragen der IHK für fünf große Bundesländer zeigt, dass erstere die konjunkturellen Unterschiede zwischen den Ländern überzeichnen könnten. Alles in allem liefert die Evaluation der Revisionspraxis Hinweise, wie die Revisionen der VGR der Länder verringert werden könnten. So sollten den weniger revisionsanfälligen Angaben zum Arbeitsmarkt ein höheres Gewicht beigemessen und die Produktivität und die Deflatoren als Kontrollgrößen verwendet werden.

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