RWI Materialien

RWI Materialien 113

Die Gerechtigkeitslücke in der Verteilung der Kosten der Energiewende auf die privaten Haushalte

von Manuel Frondel, Ole Kutzschbauch, Stephan Sommer und Stefan Traub

03/2017, 30 S./p., 10 Euro, ISBN 978-3-86788-793-9

download

Zusammenfassung

Die Energiewende bürdet den Verbrauchern zunehmende Lasten auf. Relativ zu ihrem Einkommen fallen diese Belastungen für einkommensschwache Haushalte stäker aus als für einkommensstarke Haushalte. Die Ergebnisse unserer empirischen Erhebung unter mehr als 11.000 Haushalten zeigen jedoch, dass in der Regel eine Aufteilung der Kosten der Energiewende gewünscht wird, die Haushalte mit hohen Einkommen vergleichsweise stärker in die Pflicht nimmt als einkommensschwache Haushalte. Die auf dieser Grundlage von uns konstatierte Gerechtigkeitslücke zwischen der gewünschten und tatsächlichen Kostenbelastung der Haushalte nimmt mit den wachsenden Kosten der Energiewende voraussichtlich weiter zu. Diese Lücke könnte im Prinzip jedoch leicht geschlossen werden, wie die in diesem Beitrag dargestellten empirischen Schätzungen der Zahlungsbereitschaft der Haushalte für die Förderung der Erneuerbaren auf Basis von Diskreten-Wahl-Modellen nahelegen. So könnten die einkommenstärkeren Haushalte bei der Finanzierung der Energiewende stäker als bislang in die Pflicht genommen werden, da nach unseren Schätzergebnissen die Haushalte des oberen Einkommensdrittels eine statistisch signifikant höhere Zustimmung zu zukünftigen EEG-Umlageerhöhungen zeigen als die Haushalte des unteren Einkommensdrittels.

Hoch