RWI Materialien

RWI Materialien 71

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Stahlindustrie

von Roland Döhrn und Ronald Janßen-Timmen

02/2012, 41 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-365-8

download

Zusammenfassung

Die vorliegende Studie hat sich ein anspruchsvolles Ziel gesetzt: Sie möchte die Bedeutung einer Branche für eine Volkswirtschaft darstellen. Dabei helfen die üblichen Kennziffern wie deren Anteil an der Beschäftigung oder an der gesamtwirtschaftlichen Produktion nur eingeschränkt weiter. Dies gilt insbesondere für Grundstoffindustrien. Veranschaulichen lässt sich diese Problematik am Beispiel der Mineralölverarbeitung. Mit ihren gut 16 000 Beschäftigten hat sie zwar nur einen verschwindend geringen Anteil an der Zahl der Erwerbstätigen; gleichwohl haben Störungen bei der Versorgung mit Mineralöl gravierende Folgen für die gesamte Volkswirtschaft , wie nicht zuletzt die Erfahrungen aus zwei Ölkrisen zeigen. Die Bedeutung einer Industrie erschließt sich also nicht aus einfachen Anteilsbetrachtungen, sondern nur aus einer Gesamtschau, die auch ihre Verflechtung mit vor- und mit nachgelagerten Branchen ins Bild nimmt.

Dies gilt auch für die Stahlindustrie, die im Mittelpunkt der vorliegenden Studie steht. Der Werkstoff Stahl ist als Konstruktionsträger beispielsweise im Hochbau, im Maschinenbau oder im Fahrzeugbau allenfalls in engen Grenzen durch andere Werkstoffe zu ersetzen. Kurzfristig hat dieser enge Produktionsverbund zur Folge, dass Störungen in der Stahlversorgung unweigerlich Behinderungen in der Produktion in diesen und in anderen Branchen nach sich zögen. Da Stahl kein homogenes Produkt ist, sondern in Qualität und Formgebung an das jeweilige Einsatzgebiet angepasst wird, besteht darüber hinaus ein enger Forschungs-, Technologie- und Innovationsverbund zwischen Stahlproduzenten und -verwendern.

Diesen verschiedenen Aspekten will die vorliegende Studie nachgehen. Ihr Ausgangspunkt ist ein kurzer historischer Abriss über die Rolle der Stahlbranche im Entwicklungsprozess von Volkswirtschaften (Abschnitt 1). Daran schließt sich ein kurzer internationaler Vergleich des Produktionsverbundes zwischen der Stahlindustrie und ihren wichtigen Abnehmern an (Abschnitt 2). Abschnitt 3 wendet sich der deutschen Stahlindustrie zu und beschreibt deren Bedeutungswandel anhand herkömmlicher Indikatoren wie Produktions- und Beschäftigungsanteilen. Abschnitt 4 wendet sich dem Produktionsverbund der Stahlindustrie zu und betrachtet die Verflechtungen mit seinen Lieferanten und Abnehmern.

Hoch