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RWI Materialien 42

Das Innovationsgeschehen in NRW – Eine Analyse der forschungsaktiven Sektoren

von Michael Rothgang

RWI, 04/2008, 85 S./p., 12 Euro, ISBN 978-3-86788-044-2

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Zusammenfassung

Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im Allgemeinen sowie die Forschungs- und Innovationsaktivitäten im Besonderen sind sehr stark durch sektorale und marktspezifische Zusammenhänge bestimmt. Die Unterschiede im Wettbewerbsverhalten und bei Innovationen zwischen Branchen und Märkten stellen daher eines der großen Themengebiete sowohl der industrie- als auch der innovationsökonomischen Literatur dar. Gerade im angloamerikanischen Sprachraum wurde dem branchenspezifischen Zugang zu Fragen der Wettbewerbsfähigkeit eine wichtige Rolle beigemessen. So hat die Sloan-Foundation bereits seit Anfang der neunziger Jahre ein umfangreiches Programm zu Industriestudien finanziert, an dem Wissenschaftler von 26 US- amerikanischen Hochschulen beteiligt sind (www.sloan.org/programs/ IndustryStudies.shtml, Abruf vom 17. Dezember 2007). Einen wichtigen Beitrag leisten auch wirtschaftshistorische Untersuchungen wie die von Chandler zur Elektronik- und zur Chemischen Industrie.
Die Analyse von sektorspezifischen Innovationsprozessen wiederum hat, angefangen mit den Arbeiten von Pavitt (1987) zu sektoralen Unterschieden der Produktions- und Innovationsaktivitäten, von Carlsson und Stankiewicz zu "Technological Systems" und von Breschi und Malerba zu sektoralen Innovationssystemen international wachsende Aufmerksamkeit erfahren. Prägende Gemeinsamkeit solcher sektoralen Systeme sind nicht nur die Entwicklung gemeinsamer Technologien und Innovationsprozesse, sondern gleichermaßen Produktions- und Wertschöpfungssysteme und Wettbewerbsprozesse. Die Europäische Union hat zuletzt das Projekt "European Sectoral Systems of Innovation (ESSY) - Innovation, Competitiveness and Growth" finanziert, an dem einige der wichtigsten entsprechenden Fortschungsinstitute auf europäischer Ebene beteiligt waren.
Der vorliegende Beitrag wurde durch die genannten Arbeiten inspiriert. Er umfasst das überarbeitete sechste Kapitel des "Innovationsberichts NRW 2006" im Auftrag des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Blickpunkt stehen Wirtschaftsaktivität und Innovationsgeschehen in den vier großen forschungsaktiven Sektoren des Landes, der Chemischen und Pharmazeutischen Industrie, dem Fahrzeugbau, dem Elektrotechnik- und Elektroniksektor sowie dem Maschinenbau. Es wird nach Stärken und Schwächen im Vergleich zu den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg gefragt. Darüber hinaus werden die internationalen FuE-Aktivitäten als Vergleichsmaßstab herangezogen.

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