Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #743

Equilibrium Real Interest Rates, Secular Stagnation, and the Financial Cycle: Empirical Evidence for Euro-Area Member Countries

von Ansgar Belke und Jens Klose

UDE, 02/2018, 33 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-863-9 DOI: 10.4419/86788863

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Zusammenfassung

Liegt vor dem Euro-Raum als Ganzes oder individuellen Mitgliedstaaten eine Periode anhaltend niedrigen Wirtschaftswachstums, ein Phänomen, welches unter dem Namen säkulare Stagnation bekannt ist? Wir widmen uns dieser Frage, indem wir gleichgewichtige Realzinsen schätzen und diese mit den tatsächlichen Realzinsen vergleichen. Weil sich seit der Finanzkrise der Verschuldungsgrad in einigen europäischen Staaten verändert hat, wird das Modell um den Finanzzyklus erweitert. Wir schätzen das Modell für den Euro-Raum als Ganzes und neun Mitgliedstaaten der Währungsunion. Das Hinzufügen des Finanzzyklus ändert die Schätzungen des gleichgewichtigen Realzinses: Für einige Staaten des Euro-Raums werden die Schätzungen des gleichgewichtigen Realzinses so substanziell höher als bei dem Standardansatz. In anderen Fällen, so auch dem Euro-Raum insgesamt, fallen die Schätzungen ein wenig niedriger aus verglichen mit dem Standardmodell. Sie sind aber immer noch höher als die tatsächlichen Realzinsen. Dies impliziert, dass die realen Leitzinssätze systematisch und konsistent unterhalb (oder nicht so weit oberhalb) des gleichgewichtigen Realzinses gesetzt werden. Ein Vergleich der tatsächlichen mit den gleichgewichtigen Realzinsen zeigt, dass sich nur Belgien, Frankreich und Griechenland in eine Phase säkularer Stagnation befinden könnten.

JEL-Classification: E43, F45, C32

Keywords: Equilibrium real interest rate; Euro area; financial cycle; heterogeneity; monetary policy; secular stagnation

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