Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #740

Oil Price Shocks, Monetary Policy and Current Account Imbalances Within a Currency Union

von Timo Baas und Ansgar Belke

UDE, 12/2017, 44 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-860-8 DOI: 10.4419/86788860

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Zusammenfassung

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind Leistungsbilanzungleichgewichte ein zentrales Thema in der internationalen politischen Debatte, da sie die Stabilität der Weltwirtschaft bedrohen. In jüngerer Zeit demonstrierte die europäische Staatsschulden- und Bankenkrise, dass interne Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb einer Währungsunion diese Risiken noch verstärken können. Ölpreisschwankungen und eine auf den Ölpreis reagierende, zunehmend kontraktive Geldpolitik, können auch eine Bedrohung für die Währungsunion darstellen, da sich durch sie auch die unions-internen Ungleichgewichte ändern. Daher analysieren wir in diesem Papier die Auswirkungen von Ölpreisschocks auf Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb einer Währungsunion. Unterschiede in Institutionen, insbesondere in Arbeitsmarktinstitutionen, und im Handel führen zu einer asymmetrischen Reaktion auf einen ansonsten symmetrischen Schock. In diesem Zusammenhang zeigen wir, dass Ölpreisschocks langfristige Auswirkungen auf die internen Leistungsbilanzsalden haben können, da der Wechselkursanpassungsmechanismus in der Währungsunion nicht verfügbar ist. Die zentrale monetäre Instanz der Währungsunion kann diese Effekte jedoch durch Festlegung eines optimalen geldpolitischen Ziels reduzieren. Wir zeigen aber auch, dass es keine einzelne beste Lösung gibt. Die Verbraucherpreisinflation, die Kern-Verbraucherpreisinflation oder ein asymmetrisches Inflationsziel haben alle ihren Preis, entweder im Hinblick auf eine Zunahme der Arbeitslosigkeit oder zunehmende Ungleichgewichte.

JEL-Classification: E32, F32, F45, Q43

Keywords: Current account deficit; oil price shocks; DSGE models; search and matching labor market; monetary policy

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