Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #718

Rainfall Risk, Fertility and Development: Evidence from Farm Settlements During the American Demographic Transition

von Michael Grimm

RWI, 11/2017, 50 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-838-7 DOI: 10.4419/86788838

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Zusammenfassung

In diesem Papier wird untersucht, ob Unterschiede in der Regenfallvariabilität eine Rolle für die Geschwindigkeit des demografischen Übergangs unter amerikanischen Siedlern gespielt haben. Dahinter steht die Annahme, dass Kinder eine Arbeitsreserve darstellen, die beim Eintreten von Einkommensschocks mobilisiert werden kann. Zur Identifikation dieses Mechanismus werden Fertilitätsunterschiede zwischen landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen Haushalten innerhalb von Counties über die Zeit genutzt. Die Ergebnisse legen nahe, dass in Gegenden mit einer hohen Regenfallvariabilität der Fertilitätsunterschied zwischen landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen Haushalten signifikant höher war als in Gegenden mit einer geringen Regenfallvariabilität. Dieser Wirkungskanal ist robust gegenüber anderen Kräften, die zum Beispiel über das Einkommen, Bildungsinvestitionen und Kindersterblichkeit wirken könnten. Ebenso hat der Effekt Bestand, wenn die räumliche Korrelation von Fertilitätsraten berücksichtigt wird. Die Analyse zeigt auch, dass der Effekt mit dem Aufkommen von Bewässerungssystemen und landwirtschaftlichen Maschinen zurückgeht und schließlich verschwindet. Dies suggeriert, dass der Zugang zu risikomindernden Instrumenten entscheidend zum demografischen Übergang in den Vereinigten Staaten von Amerika beigetragen hat. Diese Ergebnisse haben grundsätzlich auch wichtige Implikationen für Sub-Sahara Afrika, insbesondere für die Gegenden in denen Einkommensrisiken eine besondere Belastung für Haushalte darstellen und in denen Fertilität immer noch hoch ist und nur langsam oder gar nicht zurückgeht.

JEL-Classification: J13, N31, N32, O12

Keywords: Demographic transition; fertility; rainfall risk; insurance

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