Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #713

Forced Migration and Mortality

von Thomas K. Bauer, Matthias Giesecke und Laura Janisch

RGS, RUB, RWI, 10/2017, 39 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-832-5 DOI: 10.4419/86788832

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Zusammenfassung

Wir untersuchen die langfristigen Auswirkungen der Heimatvertreibung für Deutsche und deutschstämmige Personen aus Osteuropa, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Westdeutschland flüchteten. Bisherige Studien dokumentieren, dass Heimatvertriebene ökonomisch benachteiligt sind, was sich in niedrigeren Einkommen sowie einem messbar höheren Arbeitslosigkeitsrisiko selbst 20 Jahre nach der Vertreibung zeigt. Wir erweitern diese Literatur, indem wir das relative Abschneiden von Heimatvertriebenen über den gesamten Lebenszyklus untersuchen. Die Analysen basieren auf Sozialversicherungsdaten, die das exakte Todesalter und ein Maß für Lebenseinkommen beinhalten. Unsere Schätzungen zeigen, dass Heimatvertriebene im Vergleich zu einheimischen Westdeutschen ein deutlich höheres Mortalitätsrisiko aufweisen. Dieser negative Vertreibungseffekt ist im Großteil der Einkommensverteilung messbar, mit Ausnahme des obersten Quintils. Obwohl Heimatvertriebene hinsichtlich ihrer Mortalität durchschnittlich schlechter abschneiden als vergleichbare Einheimische, überwinden diejenigen mit erfolgreichen Arbeitsmarktbiographien die langanhaltenden negativen Folgen von Flucht und Vertreibung.

JEL-Classification: I12, J61, O15, R23

Keywords: Forced migration; differential mortality; lifetime earnings; economic history

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