Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #677

Bismarck in the Bedroom? Pension Reform and Fertility: Evidence 1870-2010

von Phillip Jäger

RWI, 02/2017, 28 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-785-4 DOI: 10.4419/86788785

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Zusammenfassung

Großzügige öffentliche Rentenversicherungssysteme werden häufig für rückläufige Fertilitätsraten verantwortlich gemacht, da sie möglicherweise Kinder als eine Form der Altersabsicherung verdrängen. Trotz der Plausibilität und der Relevanz dieses Arguments, existiert kaum empirische Forschung zum Thema. Um diese Lücke zu füllen, untersuche ich wie sich die Fertilitätsrate vor- und nach einer Reihe von Rentenreformen, angefangen bei der Einführung der öffentlichen Rentenversicherung im 19. Jahrhundert, entwickelt hat. Im Durchschnitt über alle Länder hinweg finde ich keine Evidenz dafür, dass die Einführung oder Erweiterung der öffentlichen Rentenversicherungssysteme die Fertilitätsrate nachhaltig reduziert hat. Die länderspezifischen Ergebnisse sind allerdings sehr heterogen. In einigen Ländern scheint die Einführung der Rentenversicherung sogar mit einer Steigerung der Fertilität einhergegangen zu sein (z.B. in Italien), während in anderen Ländern das Gegenteil zu beobachten ist (z.B. in Frankreich). Kulturelle Unterschiede in Bezug auf die Eltern-Kind-Bindung bilden einen möglichen Erklärungsansatz für die Heterogenität der Ergebnisse.

JEL-Classification: H55, J13

Keywords: Old-age security; fertility; pension reform

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