Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #665

Ageing by Feet? Regional Migration, Neighbourhood Choice and Local Demographic Change in German Cities

von Uwe Neumann

RWI, 12/2016, 28 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-771-7 DOI: 10.4419/86788771

download

Zusammenfassung

In Staaten mit alternder Bevölkerung kann sich der lokale Fortschritt des demografischen Wandels durch regionale Wanderungsbewegungen erheblich verstärken. Der Beitrag untersucht, ob und inwiefern die Diversität der demografischen Alterung auf der Ebene von Nachbarschaften in deutschen Städten in den vergangenen beiden Jahrzehnten durch regionale Migration beeinflusst wurde. Das Ruhrgebiet dient als Fallbeispiel einer im Alterungsprozess bereits fortgeschrittenen Region. Die Variabilität des Alterungsprozesses wird in zwei Stufen untersucht. In der ersten Stufe wird die Variation im Fortgang des demografischen Wandels auf der Ebene von Stadtteilen im Zeitraum von 1998 bis 2008 mit Hilfe des von kommunalstatistischen Ämtern zur Verfügung gestellten KOSTAT-Datensatzes untersucht. In der zweiten Stufe wird der zugrunde liegende demografische Segregationsprozess auf Basis eines Discrete-Choice-Modells der Wohnstandortpräferenzen von Haushalten untersucht. Die zweite Stufe greift auf Mikrodaten einer repräsentativen Haushaltsbefragung aus dem Jahr 2010 zurück. Während der 1990er und 2000er Jahre traten im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten Altersunterschiede in den Standortpräferenzen deutlicher hervor und die Popularität der Stadtzentren als Wohnort nahm zu. Eine rasche „Alterung mit den Füßen“ betrifft Nachbarschaften, die keine starken Zuzüge verzeichnen, insbesondere die locker bebauten Wohngebiete der Ballungsrandzone. Die demografische Segregation zwischen Stadtteilen nimmt im Ruhrgebiet etwas langsamer zu als in den wirtschaftlich stärker prosperierenden Städten des benachbarten Rheinlands (Bonn, Düsseldorf, Köln). Im Verlauf der regionalen Anpassung an den demografischen Wandel könnte sich eine größere Vielfalt in der Altersstruktur der Wohnbevölkerung von Nachbarschaften als Vorteil im Wettbewerb um mobile Haushalte erweisen.

JEL-Classification: C21, C25, O18, R23

Keywords: Ageing; segregation; neighbourhood sorting; discrete choice

Hoch