Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #647

The Effects of Competition on Medical Service Provision

von Jeannette Brosig-Koch, Burkhard Hehenkamp und Johanna Kokot

UDE, 10/2016, 34 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-753-3 DOI: 10.4419/86788753

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Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie untersuchen wir, wie sich Wettbewerb zwischen Ärzten auf deren Behandlungsentscheidungen auswirkt. Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass ohne Wettbewerb die Behandlungsentscheidungen von Ärzten bei klassischen Vergütungssystemen wie der Einzelleistungsvergütung oder der Kopfpauschale von den patientenoptimalen Entscheidungen abweichen. Während diese Abweichungen grundsätzlich durch Wettbewerb reduziert werden könnten, ist davon auszugehen, dass Ärzte typischerweise wiederholt miteinander interagieren und dass nur ein Teil der Patienten den Arzt wechselt. Beides könnte die positiven Effekte des Wettbewerbs verringern. Um die Verhaltenswirkungen von Wettbewerb zu analysieren, entwickeln wir ein spieltheoretisches Modell, das wir mit Hilfe kontrollierter Laborexperimente testen. Die experimentellen Anordnungen variieren bezüglich der Arztvergütung und der Charakteristika der Patienten. Reale Patienten profitieren von den im Experiment getroffenen Behandlungsentscheidungen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Wettbewerb im Einklang mit der theoretischen Prognose Überbehandlung und Unterbehandlung reduzieren kann. Die beobachteten Effekte hängen jedoch von den Charakteristika der Patienten und der Arztvergütung ab. Wir finden auch stillschweigende Kollusion, insbesondere bei der Einzelleistungsvergütung. Diese tritt jedoch in geringerem Ausmaß auf als in vergleichbaren experimentellen Studien zum Preiswettbewerb.

JEL-Classification: I11, D43, C91, C72

Keywords: Physician competition; fee-for-service; capitation; laboratory experiment

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