Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #574

Long-Term Care Reform and the Labor Supply of Household Members – Evidence from a Quasi-Experiment

von Johannes Geyer und Thorben Korfhage

RWI, 09/2015, 48 S./p., 10 Euro, ISBN 978-3-86788-663-5 DOI: 10.4419/86788663

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Zusammenfassung

Im Jahr 1995 wurde in Deutschland eine neue Pflegeversicherung eingeführt. Als Pflichtversicherung ist sie eine eigenständige Säule der Sozialversicherung und ersetzte ein System der einkommensabhängigen Sozialhilfe. Leistungen der neuen Pflegeversicherung werden durch den Grad der Pflegebedürftigkeit bestimmt und sind einkommensunabhängig. Da anspruchsberechtigte Pflegebedürftige zwischen Geld- und Sachleistungen wählen können, wurde die Situation von Haushalten, die häusliche, informelle Pflege organisieren müssen verbessert. Die informelle Pflege zu stärken war eines der wichtigsten Ziele der Pflegereform, da sie häufig als die kostengünstige Alternative im Vergleich zu formellen Pflege wahrgenommen wird. Diese Sichtweise ignoriert jedoch Opportunitätskosten, die entstehen, wenn Pflegende ihr Arbeitsangebot reduzieren, um die Doppelbelastung aus Pflege und Lohnarbeit abzuschwächen. Wir nutzen die Reform als Quasi-Experiment und untersuchen ihren Einfluss auf das Arbeitsangebot von Pflegenden, die mit einer pflegebedürftigen Person in einem Haushalt wohnen. Wir finden starke negative Arbeitsangebotseffekte für Männer, jedoch keine Effekte für Frauen.

JEL-Classification: J22, H31, I13

Keywords: Labor supply; long-term care; long-term care insurance; natural experiment; quasi-experiment

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